Verwahrlosung in virtueller Welt schreitet schnell voran

31. März 2011 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen | Drucken

Als „erschreckend“ bezeichnete der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bernhard Witthaut, die nahezu ungehemmt fortschreitende Instrumentalisierung des Internets für feige und hinterhältige Mobbing-Attacken. Witthaut begrüßte indes die von Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder betriebene Indizierung der Internetseite „isharegossip“ als wichtiges Signal.

GdP-Vorsitzender Bernhard Witthaut: „Die Angebote des Internets und deren Nutzung nehmen täglich zu, zwar mit durchaus positiven, aber leider auch mit zahlreichen negativen Effekten. Das minimale Risiko erwischt zu werden, steigert zudem die Verlockung, Andere durch üble Beleidigung und fiese Verleumdung fertig zu machen.“ Mit Verboten und härteren Strafen allein, so Witthaut, sei dieser fatalen Entwicklung nicht wirksam entgegenzusteuern, zudem halte er Alleingänge oder Forderungen nach Gesetzesverschärfungen für wenig hilfreich.

Zunächst müsse in Elternhäusern, Kindergärten, Schulen, Vereinen, Verbänden, Kirchen, in der Politik, bei Internet-Anbietern und auch bei der Polizei die dramatische Dimension des facettenreichen Cyber-Mobbings tatsächlich wahrgenommen werden.

Witthaut: „Ich appelliere an alle Beteiligten, schnell ihre Hausaufgaben zu machen, jeweilige Missstände offen aufzudecken, Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln, um dann im nächsten Schritt an einem gemeinsamen Tisch das weitere Vorgehen zu koordinieren.“ Es könne nicht sein, so der GdP-Vorsitzende, dass die Gesellschaft noch länger in Schockstarre verweile und konzeptlos zusehe, wie schnell die Verwahrlosung in der virtuellen Welt voranschreite.

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