Projekt Digi-Dak – Digitale Fingerspurensicherung

30. März 2011 | Themenbereich: Polizei, Sachsen-Anhalt | Drucken

Seit mehr als 100 Jahren stellt der Fingerabdruck ein wichtiges Beweismittel in der Kriminalistik dar. Bei der Begehung von Straftaten werden relevante Gegenstände von den beteiligten Personen mit den Händen berührt und Fingerabdrücke hinterlassen.

Daran hat sich im digitalen Zeitalter nichts geändert.

Wesentlich geändert hat sich auch nicht die Arbeitsweise der Polizei bei der Sicherung dieser Fingerabdrücke. Der gute, alte Rußpulverpinsel, mittlerweile ergänzt durch diverse chemische und physikalische Spurensicherungsverfahren, hat in der Realität längst noch nicht ausgedient. Allen bekannten Verfahren gemeinsam ist, dass zur Sichtbarmachung der latenten Fingerspuren verschiedenste Substanzen eingesetzt werden müssen. Damit werden aber die Fingerspur und der Spurenträger selbst verändert sowie unter Umständen andere Spuren (z. B. DNA) beeinträchtigt oder zerstört. Außerdem ist der Zeitraum von der Spurensicherung bis zur digitalen Verfügbarkeit der Spur für eine Recherche in Datenbanken relativ lang.

Erstmals wurde von einer Kooperation des Landeskriminalamtes Sachsen-Anhalt Magdeburg und der Universität Magdeburg bereits 2004 ein innovatives Verfahren beschrieben, das unter Nutzung geeigneter, optischer Sensoren und mit einer biometrischen Informationsverarbeitung (Mustererkennung) die berührungsfreie Sicherung von unbehandelten Fingerabdrücken ermöglicht.

Mit sieben Partnern (Arbeitsgruppe „Multimedia and Security“ und „Datenbanken“ der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Fachhochschule Brandenburg, Fries Research Technology GmbH, METOP GmbH, Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt, Projektgruppe Verfassungsverträgliche Technikgestaltung der Universität Kassel) erforscht gegenwärtig ein interdisziplinärer Verbund aus Wissenschaft, Industrie und Polizei, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Bekanntmachung „Mustererkennung“, in einem dreijährigen Projekt dieses Verfahren.

Das Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt ist einer der Partner des Projektes und vertritt die Anwenderinteressen einer solchen Technik. Die Evaluierung und rechtskonforme Etablierung der neuen Methode steht dabei im Mittelpunkt.

Daneben stellen die Trennung überlagerter Fingerabdrücke, die Bestimmung des Alters eines Fingerabdruckes und die Erkennung gefälschter Fingerabdrücke spannende Herausforderungen dar.

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