Bachelorstudiengang „Polizeivollzugsdienst“ akkreditiert

30. März 2011 | Themenbereich: Polizei, Sachsen-Anhalt | Drucken

Der Bachelorstudiengang „Polizeivollzugsdienst (B. A.)“ an der Fachhochschule Polizei Sachsen-Anhalt in Aschersleben ist durch die Akkreditierungsagentur ACQUIN (Akkreditierungs-, Certifizierungs- und Qualitätssicherungs-Institut) erstmalig und ohne Auflagen akkreditiert worden. „Mit der offiziellen Akkreditierung als akademischer Studiengang ist ein wesentlicher Meilenstein für die weitere Profilierung der Fachhochschule Polizei und des Standorts Aschersleben in der Hochschullandschaft Sachsen-Anhalts erreicht worden“, erklärte dazu Innenminister Holger Hövelmann (SPD).

Der Studiengang „Polizeivollzugsdienst (B. A.)“ wurde zum 1. September 2010 an der Fachhochschule eingeführt und löste das bisherige Diplomstudium ab. Mit ihrem Studienabschluss erwerben die Studierenden den akademischen Grad „Bachelor of Arts (B. A.)“. Der Akkreditierung vorausgegangen war ein mehrjähriges Projekt der Landespolizei, das 2007 durch Minister Hövelmann initiiert worden war. In diesem Projekt hatten die Polizeibehörden und -einrichtungen die Anforderungen der polizeilichen Praxis an das Fachhochschulstudium eingebracht.

Mit dem nunmehr zertifizierten Studiengang schließt Sachsen-Anhalt hinsichtlich der Methodik, Didaktik und konzeptionellen Herangehensweise beim Studium des Polizeivollzugsdienstes zu den bislang 13 Bundesländern auf, die das Bachelorstudium bereits eingeführt hatten.

Das zentrale Merkmal des Bachelorstudiengangs ist die Kompetenzorientierung. Diese markiert auch den entscheidenden Unterschied zum bisherigen Diplomstudium. Hövelmann: „Der Bachelorstudiengang wurde daran ausgerichtet, was ein Absolvent wirklich können muss, um beim Start in den Polizeiberuf und in den ersten drei bis fünf Jahren der Berufspraxis anforderungsgerecht und erfolgreich handeln zu können – und nicht mehr an der Art und Fülle des Wissens, die Dozenten aus ihrer Fächerlogik heraus für ein ganzes Berufsleben für erforderlich halten.“

Angesichts der stetigen Veränderungen und neuen Herausforderungen im Berufsleben kann ein Studium keine lebenslange „Berufsfertigkeit“ vermitteln. Vielmehr müssen im Polizeistudium grundlegende Handlungskompetenzen im Sinne von „Berufsfähigkeit“ für die ersten Berufsjahre erworben werden. Folgerichtig muss dabei gleichsam die Befähigung zum lebenslangen Lernen mitentwickelt werden, damit sich die künftigen Absolventen berufsbegleitend und entsprechend den sich wandelnden Anforderungen weiterbilden können. Die Entwicklung von Kompetenz für lebenslanges Lernen ist daher ein komplementäres Studienziel.

Diesem Ansatz folgend wird in dem neuen Studiengang durch die erhöhte Selbsttätigkeit der Studierenden, durch exemplarisches Lernen, durch noch stärkere Verknüpfung von Theorie und Praxisanteilen gewährleistet, dass schwierige und komplexe Zusammenhänge erfolgreich bewältigt werden können.

Das Studium dauert drei Jahre und richtet sich auf der Grundlage eines mit den Polizeibehörden und -einrichtungen gemeinsam entwickelten Anforderungsprofils auf die ersten Berufsjahre in der Landesbereitschaftspolizei und den Polizeibehörden in Schutz- und Kriminalpolizei aus. Es umfasst auch studienbegleitende Trainings, bestehend aus Sport, polizeilichem Handlungstraining und der Waffen- und Schießausbildung. Der zweijährige Anteil des Studiums an der Fachhochschule Polizei ist eng verzahnt mit dem einjährigen Praxisanteil in der Landesbereitschaftspolizei und den Polizeidirektionen. Die Studierenden werden unter anderem in der Lehrwache, in speziellen polizeilichen Handlungstrainings und in kriminaltechnischen Übungswochen konkret auf die polizeiliche Praxis vorbereitet.

Die Akkreditierung gilt bis 30. September 2016. Der Studiengang unterliegt kontinuierlich der Qualitätssicherung und der externen Evaluation.

„Zukünftig absolvieren jährlich bis zu 120 Studierende diesen Studiengang, insgesamt nehmen jährlich 180 neue Polizeibeamte ihr Studium oder ihre Ausbildung an der Fachhochschule Polizei auf – das ist für die letzten 15 Jahre eine Rekordzahl“, unterstrich Minister Hövelmann. „Die Fachhochschule ist nicht nur aufgrund der mittlerweile hervorragenden Herrichtung der Liegenschaft, sondern nunmehr auch methodisch und didaktisch für diese Herausforderung gut aufgestellt.“

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