Cybermobbing ist kein Kinderspiel

29. März 2011 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) hält die Indizierung entsprechender Mobbingseiten im Internet durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien für ein richtiges Signal, bezweifelt jedoch die Effektivität dieser Maßnahme.

Die Seiten, die als Plattform für Beschimpfungen und Herabwürdigungen von Schülern und Lehrern, rassistische und sexistische Äußerungen und Amok-Androhungen genutzt werden, haben bei Kindern und Jugendlichen bereits einen so hohen Bekanntheitsgrad, dass es kaum noch einer Suchfunktion bedarf.

Anläßlich der BDK-Bundesvorstandssitzung in Greifswald erklärt der Sprecher der AG Jugendkriminalität Michael Rupp hierzu: „Cybermobbing ist kein Kinderspiel. Durch Cybermobbing können Menschen bis zum Suizid getrieben werden!“

BDK-Forderungen zur Verbesserung des Schutzes vor Cybermobbing: Konfliktlösungsprogramme an den Schulen.

Mobbing im Internet hat fast immer in der realen Welt eine Vorgeschichte. Dieser Konflikt eskaliert im Netz und schlägt, wie die Gewaltvorfälle der letzten Tage unter anderem in Berlin gezeigt haben, in die reale Welt zurück. Kinder und Jugendliche müssen an Schulen eine gewaltfreie Konfliktlösung lernen.

Medienkompetenz stärken.

Kinder und Jugendliche werden sehr früh mit den neuen Medien konfrontiert. Vorrangig ist im Elternhaus der verantwortungsvolle Umgang mit den Medien zu erlernen. An den Schulen ist frühzeitig ein Fach „Medienkompetenz“ einzurichten.

Jugendliche gegen Mobbing mobilisieren.

Die Gruppe der gleichaltrigen Jugendlichen müssen dazu animiert werden, sich selbst gegen Mobbing stark zu machen und dazu auch die „sozialen Netzwerke“ zu nutzen.

Zugang erschweren.

Der Zugang zu Mobbingseiten muss erschwert werden, z.B. durch von den Eltern installierte Filter an den heimischen PCs und gleichermaßen an den schulischen PCs. Profite minimieren. Mit dem Betrieb von Mobbingseiten darf kein finanzieller Gewinn erwirtschaftet werden. Außerdem ist mit allen kriminalistischen und rechtlichen Mitteln gegen diejenigen vorzugehen, die dem Cybermobbing Vorschub leisten.

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