Neuer Ausbildungslehrgang für Justizvollzugsbedienstete

28. März 2011 | Themenbereich: Brandenburg, Strafvollzug | Drucken

Aus Anlass der feierlichen Eröffnung des zweiten Lehrgangs für die Ausbildung zum Justizvollzugsbediensteten während seiner Amtszeit besuchte Justizminister Dr. Volkmar Schöneburg die 20 neuen Anwärter in der Dienstleistungsabteilung (DLA) bei der Justizvollzugsanstalt Brandenburg an der Havel. 17 der jungen Frauen und Männer stammen aus Brandenburg, drei aus Berlin. Aus den Ausbildungslehrgängen der Jahre 2010 und 2011 werden in der DLA gegenwärtig 40 Anwärter für den allgemeinen Justizvollzugsdienst vorbereitet. Von 2005 bis 2010 wurden im Land Brandenburg keine Justizvollzugsbediensteten ausgebildet.

Schöneburg: „Die Ausbildung junger Justizvollzugsbediensteter, die seit 2010 wieder auflebt, ist wichtig für die gesamte brandenburgische Vollzugslandschaft. Nach ihrer harten und facettenreichen zweijährigen Ausbildung auf sehr hohem Niveau werden die jungen Frauen und Männer neue Ideen und Sichtweisen in den anspruchsvollen und aufreibenden Berufsalltag hineintragen. Dies ist eine Art von Auffrischung, die besonders bei dem Knochenjob im allgemeinen Vollzugsdienst von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist.“

Die Personalprobleme im brandenburgischen Justizvollzug werden in den kommenden Jahren nicht ab-, sondern eher zunehmen. Der Altersdurchschnitt der Bediensteten beträgt gegenwärtig etwa 50 Jahre. Pensionierungen und ein überdurchschnittlich hoher Krankenstand, der auch ein Ausdruck der großen Belastungen der Arbeit hinter Gittern ist, werden nicht zu einer Entspannung der Situation beitragen.

Schöneburg: „Die Ausbildung muss verstärkt und verstetigt werden. Mit den 40 Anwärtern, die gegenwärtig ausgebildet werden, können die absehbaren Verluste beim Fachpersonal nicht kompensiert werden.“

Noch nicht abschätzbar sind etwaige Folgen der schwieriger werdenden Personalsituation für einen auf Resozialisierung ausgerichteten Behandlungsvollzug.

Schöneburg: „In Brandenburg haben wir den verfassungsrechtlichen Auftrag, den Behandlungsvollzug so zu gestalten, dass er auf Resozialisierung ausgerichtet ist und dieses Ziel erreichen kann. Auf jeden Fall müssen wir verhindern, dass Gefangene unter nicht optimalen Bedingungen aus der Haft entlassen werden. Das bedeutet: Für eine sinkende Zahl von Bediensteten im allgemeinen Vollzugsdienst müssen in der Justizlandschaft Strukturen entwickelt werden, die für die Bevölkerung zu keinem Sicherheitsverlust führen.“

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