Dienst bei der Wachpolizei

25. März 2011 | Themenbereich: Hessen, Polizei | Drucken

Das Land Hessen hat 15 zusätzliche Wachpolizistinnen und Wachpolizisten eingestellt. Die sieben Frauen und acht Männer haben ihre Ausbildung abgeschlossen und werden zukünftig beim Polizeipräsidium in Frankfurt ihren Dienst versehen. „Damit füllen wir nahezu das geplante Kontingent der Wachpolizei für eine Polizeibehörde aus“, freute sich der Innenminister, und weiter: „Die Wachpolizei ist ein wichtiger Teil der Sicherheitsarchitektur in Hessen. Die Angestellten unterstützen die Vollzugspolizei bei ihrer Arbeit und verbessern das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger“.

Im Zuge der Neustrukturierung des Objektschutzes ist geplant, dem Polizeipräsidium Frankfurt weitere Wachpolizeistellen zuzuweisen. Vor diesem Hintergrund begann am 1. Dezember 2010 an der Polizeiakademie Hessen eine Ausbildung mit insgesamt 15 Wachpolizistinnen und Wachpolizisten. Die Ausbildung dauerte 16 Wochen und endete am 24. März. Im Schwerpunkt werden die neuen Mitarbeiter für den Objektschutz eingesetzt. Als weitere Einsatzfelder ist der Dienst im Gewahrsam und bei der erkennungsdienstlichen Behandlung vorgesehen.

„Die Idee der Wachpolizei wird von dem Gedanken getragen, dass die Vollzugspolizei von Aufgaben entlastet wird für die man kein dreijähriges Fachhochschulstudium benötigt“, erklärte Rhein. „Seit ihrer Einführung im Jahr 2000 hat sich die Wachpolizei ein gutes Image aufgebaut und bei den Polizeipräsidien etabliert.“

Nunmehr sind 184 Wachpolizistinnen und -polizisten beim Polizeipräsidium in Frankfurt beschäftigt, davon 26 mit Migrationshintergrund. Das Durchschnittsalter der Neuen beträgt 28 Jahre. Ihre vorherigen Berufe reichen vom Rettungsassistenten, über Dachdecker bis zum Versicherungskaufmann.

„Zukünftig tragen Sie für die Sicherheit der hessischen Bürgerinnen und Bürger Mitverantwortung. Für diese Aufgabe sind Toleranz, Unvoreingenommenheit und Hilfsbereitschaft wichtige Voraussetzungen“, so der Minister zu seinen neuen Mitarbeitern. Und abschließend: „Ich wünsche Ihnen allzeit das nötige Quäntchen Glück und Berufszufriedenheit. Kommen Sie stets gesund aus dem Dienst nach Hause.“

Hintergrundinformationen zur Wachpolizei Ausbildung:

  • Die Ausbildung dauert 16 Wochen und gliedert sich in einen theoretischen und praktischen Teil wie folgt:
  • Einführungspraktikum bei dem jeweiligen Polizeipräsidium als Einstellungsbehörde (1 Woche)
  • theoretische Ausbildung einschl. 38 Stunden Schießausbildung (8 Wochen)
  • Fortführungspraktikum (2 Wochen)
  • Anwendung unmittelbaren Zwangs mittels körperlicher Gewalt, den Hilfsmitteln der körperlichen Gewalt und den Einsatz des Schlagstocks (7 Tage)
  • Schießausbildung; Sachkundelehrgang analog § 7 WaffG (8 Tage)
  • Kraftfahrausbildung (7 Tage)
  • Erste Hilfe (1 Tag)

Befugnisse:

Auf der Grundlage des § 13 HSOG-DVO und der entsprechenden Verwaltungsvorschrift haben Angehörige der Wachpolizei im Rahmen ihrer Vollzugsaufgaben auf dem Gebiet der Gefahrenabwehr sowie der hilfsweisen Wahrnehmung von Aufgaben auf dem Gebiet der Verfolgung von Straf- und Ordnungswidrigkeiten grundsätzlich die Befugnisse von Polizeivollzugsbeamtinnen und Polizeivollzugsbeamten. Sie sind zur Anwendung unmittelbaren Zwangs durch Hilfsmittel der körperlichen Gewalt im Rahmen der ihnen übertragenen Aufgaben zur Durchsetzung ihrer Maßnahmen ermächtigt.

Die Angehörigen der Wachpolizei sind keine Ermittlungspersonen der Staatsanwaltschaft; somit können von den Bediensteten lediglich die Maßnahmen der Strafprozessordnung durchgeführt werden, für die die Ermittlungspersoneneigenschaft nicht erforderlich ist, z.B.:

  • § 81 b StPO -Erkennungsdienstliche Behandlung
  • § 94 Abs. 1 StPO – (formlose) Sicherstellung
  • § 163 b StPO – Identitätsfeststellung
  • § 127 StPO – Vorläufige Festnahme
  • § 127 b StPO – Vorläufige Festnahme zur Sicherung der Hauptverhandlungshaft
  • § 161 StPO – Vollstreckung eines Haftbefehls

Rechtsstellung:

Wachpolizistinnen und Wachpolizisten sind Tarifangestellte (aufgrund des TV-Hessen seit Januar 2010: „Beschäftigte“) des Landes Hessen; sie sind Amtsträger im Sinne des Strafrechts, § 11 Abs. 1 Nr. 2 StGB, und des Amtshaftungsrechts, Art. 34 GG i. V. m. § 839 BGB und Hilfspolizeibeamtinnen und Hilfspolizeibeamte im Sinne von § 13 HSOG-DVO.

1 Kommentar
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  1. Guten Tag,
    Ich bin Herr Reichert und habe eine frage bezueglich Ausbildung als Wachpolizei.
    Wo kann man sich Bewerben und in Hessen.

    Hochachtungsvoll
    Roberto Reichert

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