Tag der Kriminalitätsopfer

22. März 2011 | Themenbereich: Kriminalität, Schleswig-Holstein | Drucken

Die Opfer von Gewaltkriminalität erhalten schnellere und unbürokratischere Hilfe, um ihre Rechte nach dem Opferentschädigungsgesetz wahrnehmen zu können. Als fristgerecht gestellter Antrag auf Versorgungsleistungen reicht jetzt die kurze Mitteilung eines Geschädigten aus, als Opfer einer Gewalttat gesundheitliche Schädigungen erlitten zu haben. Diese bereits fertig gedruckten Angaben auf einem DIN-A-4 Formblatt müssen nur noch um einige persönliche Angaben wie Name, Anschrift und Geburtsdatum und die Unterschrift ergänzt werden. Die Polizei leitet den Antrag an das Landesamt für soziale Dienste, das sich mit dem Geschädigten zur weiteren Klärung seiner Ansprüche in Verbindung setzt.

Bisher konnte die Polizei nur eingeschränkt helfen. Die Menschen, die gerade Opfer einer Gewalttat geworden waren, erhielten mehrseitige Antragsformulare etwa auf Beschädigtenversorgung oder auf Witwen- und Waisenversorgung. Ohne zusätzliche Erläuterungen waren die Menschen oft nicht in der Lage, das Verfahren überhaupt zu verstehen und die entsprechenden Anträge zu stellen. Beratungsgespräche der Polizei halfen häufig nicht weiter, weil die Opfer kurz nach der Tat noch teilweise erheblich seelisch belastet waren. Im Ergebnis, so die Beobachtung der Polizei, haben in der Vergangenheit nur sehr wenige Kriminalitätsopfer ihre Ansprüche geltend gemacht.

Innenminister Klaus Schlie nannte das zwischen dem Innen-, Justiz- und Sozialministerium abgesprochene Verfahren einen wichtigen Beitrag zum Opferschutz. Die Polizei wendet die Regelungen seit Ende Februar an. Schlie nahm den von der Opferschutzorganisation „Weißer Ring“ jährlich am 22. März ausgerufenen „Tag der Kriminalitätsopfer“ zum Anlass, auf die Situation von Kriminalitätsopfern hinzuweisen. „“In der Vergangenheit haben wir viel über die soziale Situation eines Straftäters gesprochen und das körperliche Leid und die seelische Not seines Opfers vernachlässigt““, sagte Schlie. Der Staat habe jedoch eine besondere Verpflichtung gegenüber den Opfern von Straftaten. Im vergangenen Jahr wurden in Schleswig-Holstein 9.804 Menschen Opfer einer Gewalttat.

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