Immer weniger Straßenkriminalität

22. März 2011 | Themenbereich: Kriminalität, Mecklenburg-Vorp. | Drucken

Zu Beginn der Vorstellung der Kriminalitätszahlen für das Jahr 2010 stellte Innenminister Lorenz Caffier fest: „Ich freue mich, auch dieses Jahr eine positive Bilanz der Kriminalitätsentwicklung in unserem Bundesland ziehen zu können. Damit hat sich die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger, aber auch die der zahlreichen Touristen in Mecklenburg-Vorpommern, weiter erhöht“.

2010 wurden in MV mit 129.489 Straftaten 8.645 weniger als im Jahr 2009 registriert. Die Aufklärungsquote ist unverändert hoch und konnte mit 60,1% weiter ausgebaut werden.

Mit 7.842 Fällen auf 100.000 Einwohner wurde in M-V erstmals die Schwelle von 8.000 unterschritten. Diese Häufigkeitszahl ging mit einem Minus von 458 genauso deutlich zurück wie ein Jahr zuvor. Das ist Beleg für den realen Kriminalitätsrückgang in Mecklenburg-Vorpommern und stellt eine weitere Annäherung an die Werte anderer Flächenländer dar.

Ein sehr deutlicher Rückgang der Kriminalität ist bei Straftaten zu verzeichnen, die im öffentlichen Raum, auf Wegen und Plätzen begangen wurden.

„Die Landespolizei hat seit Jahren einen Schwerpunkt bei der Bekämpfung der Straftaten im Bereich der Öffentlichkeit gesetzt. Wegen der Anzahl und der Intensität dieser Straftaten hatten wir da in der Vergangenheit ein deutliches Problem. Deshalb freut es mich außerordentlich, dass sich der Rückgang in diesem Phänomenbereich auch 2010 fortsetzte. Die Fallzahl der Straßenkriminalität insgesamt hat um 3.040 Delikte (9,5 %) abgenommen, die Aufklärungsquote lag bei 24,1%.

Von diesem Rückgang sind auch die schweren Körperverletzungsdelikte erfasst, die sich um 10,5 % bzw. 186 Fälle auf 1.589 reduzierten“, so der Innenminister Lorenz Caffier.

Sehr markant ist auch die Entwicklung beim Diebstahl. Der Rückgang der Fallzahlen setzte sich auch letztes Jahr fort. Mit 49.116 Fällen wurde 2010 das bislang niedrigste Niveau in Mecklenburg-Vorpommern erreicht.

Während die Diebstahlskriminalität vor zehn Jahren noch ca. die Hälfte aller Straftaten ausmachte, ist deren Anteil an der Gesamtkriminalität auf nunmehr fast ein Drittel bzw. 37,9 % zurückgegangen. Gemessen am Gesamtfallaufkommen bilden Diebstahlsdelikte jedoch immer noch den Schwerpunkt in der Kriminalitätsverteilung.

Weitere Eckzahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik 2010 sind:

  • Es wurden 48.737 Tatverdächtige ermittelt.
  • Die Zahl der unter 21- jährigen Tatverdächtigen ging um 10,8% auf 11.862 zurück, das sind 1433 junge Tatverdächtige weniger als 2009.
  • Zu verzeichnen ist eine Zunahme der Zahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen auf 3.308, das sind 464 mehr als im Vorjahr.
  • Straftaten bezogen kann festgesellt werden:
  • Mit 74 Straftaten gegen das Leben bewegt sich die Fallzahl auf dem niedrigen Niveau des Vorjahres. Die Aufklärungsquote beträgt hier 98,6 %.
  • Insgesamt wurden 2010 862 Sexualstraftaten registriert, das sind 21 weniger als 2009.
  • Mit 16.639 Fällen im Bereich der Roheitsdelikte und der Straftaten gegen die persönliche Freiheit wurden 4,5% weniger registriert als 2009.

„Am heutigen Tag der Kriminalitätsopfer freut es mich besonders, mit einer sinkenden Kriminalitätsbelastung auch einen Rückgang der Zahlen von Kriminalitätsopfer feststellen zu können. Im Jahr 2010 gab es mit 19.176 registrierten Opfern von Straftaten in Mecklenburg-Vorpommern 5,3% weniger als im Vorjahr.

Diese insgesamt positive Entwicklung ist auf eine effiziente Polizeiarbeit genauso wie auf zielgerichtete und erfolgreiche Kriminalprävention zurückzuführen. Die Erfolge aber dürfen nicht zur Sorglosigkeit führen. Wir werden in Zukunft in stärkerem Maße mit Kriminalitätsformen konfrontiert werden, die sehr komplex und ermittlungs-aufwändig sind. Als Beispiel sei hier die Cybercrime genannt, bei der ständig steigende Fallzahlen zu registrieren sind. Aber auch grenzüberschreitenden Delikte, Wirtschaftsdelikte und Organisierte Kriminalität werden immer mehr in den Fokus der polizeilichen Ermittlung rücken. Eine moderne Polizei muss darauf eingerichtet sein, personell und materiell. Erste Schritte sind mit der Umsetzung der neuen Polizeistrukturreform getan, wir dürfen aber in unseren Anstrengungen um die Gewährleistung der Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger auch in Zukunft nicht nachlassen und eventuelle Abstriche aus Kostengründen nicht zulassen,“ so der Innenminister abschließend.

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