Bilanz zur Kriminalprävention 2010

21. März 2011 | Themenbereich: Baden-Württemberg, Kriminalität | Drucken

„Trotz rückläufiger Jugendgewalt in den vergangenen drei Jahren ist und bleibt die Gewaltkriminalität eine zentrale Herausforderung für die Polizei und die Gesellschaft.“ Das sagte Innenminister Heribert Rech zur Bilanz der Kriminalprävention für das Jahr 2010 am Montag, 21. März 2011, in Stuttgart.

Landesweit seien circa 15.900 Veranstaltungen organisiert worden, die sich mit den Themen Gewaltkriminalität, Kinder- und Jugendschutz, Medienkompetenz und illegale Drogen auseinandergesetzt hätten. Dabei seien rund 460.000 Bürgerinnen und Bürger beraten worden. Wegen des Anstiegs der Gewaltkriminalität hätten sich fast 40 Prozent (rund 5.900) der Veranstaltungen mit dieser Thematik befasst. Über 130.000 Personen seien dabei informiert worden. Rech: „Die Polizei orientiert ihr Service- und Beratungsangebot an den Sicherheitsbedürfnissen der Bevölkerung und an der Kriminalitätsentwicklung, die starke Resonanz beweist das große Interesse der Bürgerinnen und Bürger.“

So habe das Innenministerium beispielsweise das Förderprogramm „Prävention alkoholbedingter Jugendgewalt“ angeregt, das sich besonders an junge Menschen richte, die durch Gewaltdelikte unter Alkoholeinfluss auffällig geworden seien. Dieses Programm werde von der Baden-Württemberg Stiftung in den nächsten drei Jahren mit einer Millionen Euro unterstützt, solle zur Förderung von Netzwerken beitragen und praxisnahe Präventionsprojekte vor Ort unterstützen.

„Gerade junge Menschen nutzen die Möglichkeiten von Internet und Handy immer intensiver. Wir müssen deshalb umfassend über Risiken und Gefahren informieren. Nur so können wir verhindern, dass Kinder und Jugendliche Opfer von Kriminellen oder selbst zu Tätern werden“, so Innenminister Rech. Mit über 4.100 Präventionsveranstaltungen im Jahr 2010 seien rund 140.000 Bürgerinnen und Bürger dahingehend beraten worden. Die Polizei unterstütze auch die Initiative „Kindermedienland Baden-Württemberg“.

Der Konsum illegaler Drogen berge nicht nur erhebliche Gesundheitsgefahren, er führe auch zu erheblichen Risiken im Straßenverkehr. Deshalb hätten im Jahr 2010 mehr als 2.200 Veranstaltungen die Drogenprävention zum Thema gehabt, wobei nahezu 74.000 Personen informiert worden seien.

37.000 Menschen hätten 1.500 Veranstaltungen zur Stärkung des Sicherheitsgefühls und der Zivilcourage besucht. „Jeder von uns trägt Mitverantwortung dafür, dass das Zusammenleben in unserer Gesellschaft friedlich verläuft. Deshalb kann auch jeder gefordert sein, sich als Zeuge zur Verfügung zu stellen, Hilfe herbeizuholen oder selbst als Helfer tätig zu werden“, sagte der Innenminister. Die Polizei habe dieses Thema mit „Aktion-tu-was“ aufgegriffen und stelle hilfreiche Verhaltensregeln für den Ernstfall zur Verfügung.

Als kostenloser Service zum Schutz vor Einbrüchen seien mehr als 13.400 sicherungstechnische Beratungen durch fachkompetente Polizeibeamte durchgeführt worden. Mit einem Anteil von 77 Prozent habe der Schwerpunkt der polizeilichen Beratungstätigkeit bei Privatobjekten gelegen. Ein Indiz für den Nutzen technischer Sicherungen sei der Umstand, dass es bei mehr als jedem dritten Wohnungseinbruch beim Versuch geblieben sei. Aber auch die der Einbruchsicherheit von Gewerbeobjekten, Firmen und öffentlichen Gebäuden sei Anlass für eine Vielzahl von Beratungen gewesen.

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