Deutsche AKW nicht sicher vor Terroranschlägen

17. März 2011 | Themenbereich: Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen | Drucken

Während sich die Politik darüber streitet, was bei der AKW-Abschaltung juristisch erlaubt ist und was nicht, rückt ein anderes Thema in den Fokus der Debatte: mögliche Flugzeuganschläge auf deutsche Kernkraftwerke.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft sieht deutsche Atomkraftwerke durch mögliche Terroranschläge aus der Luft in höchstem Maße gefährdet. „Die Gefahr, dass durch einen solchen Terroranschlag auch bei uns in Deutschland große Landstriche atomar verseucht würden, ist absolut realistisch“, sagte Verbandschef Rainer Wendt Handelsblatt Online. Die Schutzhüllen der Kernkraftwerke könnten dem Aufprall eines Flugzeuges nicht standhalten. Eine Abwehr solcher Anschläge etwa durch die Luftwaffe sei schon aufgrund der kurzen Vorwarnzeiten weder rechtlich möglich noch tatsächlich durchführbar.

Wendt warnte davor, diese Gefahr kleinzureden. Denn: „Die Vergangenheit hat gezeigt, dass man kein Szenario ausschließen kann, denn Terroristen haben immer wieder unterschiedliche Anschlagsziele und Vorgehensweisen gewählt“, sagte er. „Auch und gerade in einem dicht besiedelten Land wie Deutschland wären unvorstellbare Opferzahlen zu erwarten.“

Das gelte natürlich für ganz Europa, deshalb sei eine europäische Gesamtkonzeption zum Schutz von Kernkraftwerken notwendig, fügte Wendt hinzu. „Denn was nutzt es, wenn wir in Deutschland allein handeln, aber nur wenige Kilometer von der Landesgrenze entfernt ungesicherte Kraftwerke zum Ziel derartiger Angriffe werden“, sagte der Polizeigewerkschafter. Im Übrigen gelte dies auch für viele andere technische Anlagen, etwa chemische Betriebe mit gefährlichen Stoffen. „Der grausamen Phantasie von Terroristen sind keine Grenzen gesetzt.“

Zu einer ähnlichen Einschätzung wie Wendt kommt die Pilotenvereinigung Cockpit. Auch die modernen deutschen Anlagen würden „einem direkten Angriff mit einem vollgetankten Verkehrsflugzeug aller Wahrscheinlichkeit nach nicht standhalten können“, schrieb Cockpit am Donnerstag in einer Mitteilung.

Vernebelungsanlagen wie etwa in Biblis bieten nach Auffassung von Cockpit „einen Minimalschutz“ vor Sportflugzeugen – „jedoch bei einem systematischen Angriff mit einem Verkehrsflugzeug sind diese gänzlich ungeeignet, eine Kollision zu verhindern“. Moderne Verkehrsflugzeuge seien in der Lage, blind bis auf wenige Meter genau zu navigieren.

2 Kommentare
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  1. Die sichersten AKW’s sind die, die es nicht gibt. Kein Ziel, kein Anschlag möglich.
    Die, die es gibt sind allerdings Todsicher. So oder so.
    Das bis zu 60 AKW’s durch norwegischen Strom aus Wasserkraft schon lange hätten ersetzt werden können,
    das hat unsere v.d. Atomlobby gesteuerte Merkel Regierung noch im Jahr 2010 verhindert. google:Norger
    Dann wären auch im näheren Ausland keine AKW’s mehr von nöten.
    Sicherlich wären auch keine Demos mehr nötig, die immer wieder zu Ausschreitungen führen.
    Ruhe würde auf diesem Sektor einkehren.
    Daran scheint allerdings keiner interessiert zu sein, obwohl die Lösung so einfach ist.

  2. WER soll eigentlich die Aufgabe der ‚Liquidatoren‘ (Chernobyl) oder der ‚Wegwerfarbeiter‘ (so eine Bezeichnung, die in japan.Medien kursierte) übernehmen, wenn bei uns der Katastrophenfall eintritt? Bei uns ist es ja (jedefalls vor dem Katastrophenfall) kaum denkbar, dass Soldaten, Feuerwehrleute, Polizeibeamte zwangsweise abkommandiert werden, ihre eigene Gesundheit zu opfern, um noch Schlimmeres zu verhüten (oder wie ist da die Rechtslage??). Sollte man nicht alle, die immer nich von ‚Brückentechnologie‘ schwafeln und die AKW weiter betreiben wollen, fragen, wie das geregelt werden soll? Und ihnen eine Verpflichtungserklärung vorlegen, dass sie selbst im Katastrophenfall ebreit wären, als ‚Liquidatoren‘ tätig zu werden?

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