Vorsicht vor Eintrag in vermeintlich bekannten Branchenbüchern

15. März 2011 | Themenbereich: Bayern, Landeskriminalamt, Polizei | Drucken

Einer neuen Masche bedienen sich Betrüger und locken mit einem kostenfreien Eintrag in ein Branchenverzeichnis. In Bayern wurden bereits in diesem Jahr rund 12 Fälle bekannt, im Jahr 2010 waren es an die 90 . Wie so oft in diesem Straftatenbereich, dürfte die Dunkelziffer weitaus höher liegen.

Branchenverzeichnisse oder Branchenbücher sind überall bekannt. Es handelt sich dabei um alphabetisch, nach Branchen geordnete Verzeichnisse von Unternehmen. Sie können sowohl in Buchform als auch in Form von Online-Branchenverzeichnissen vorliegen.

Da diese Verzeichnisse immer wieder aktualisiert werden müssen und immer größeren Anklang in der Bevölkerung finden, nutzen Betrüger dies für ihre kriminellen Machenschaften.

In der Regel werden Faxe an Firmen und Unternehmen aber auch an Privatpersonen versandt. Die Betroffenen werden aufgefordert, kostenlos ihre bereits vorhandenen Daten zu aktualisieren oder sich neu in das vermeintlich lokale Branchenverzeichnis aufnehmen zu lassen.

Nachdem die Opfer ein Antwortfax zurückgesandt haben, erhalten sie nach kurzer Zeit eine Rechnung über mehrere hundert Euro.

Das Bayerische Landeskriminalamt rät deshalb:

  • Prüfen Sie Zahlungsaufforderungen oder Mahnungen kritisch und ziehen Sie im Zweifelsfall einen Rechtsbeistand zu Rate
  • Achten Sie auf die so genannte Anbietertransparenz und vergewissern Sie sich, dass beispielsweise Kriterien wie
  • o Identität/Anschrift des Anbieters
  • o Widerrufsrecht
  • o Zeitpunkt über das Zustandekommen des Vertrages
  • o Zahlungsmodalitäten

auf dem Formular vorhanden sind. Ansonsten ist Misstrauen angebracht.

  • Lesen Sie sich auch immer das Kleingedruckte sorgfältig durch
  • Prüfen Sie insbesondere solche Angebote ganz genau, bei denen Sie in finanzielle Vorleistung treten müssen
  • Informieren Sie sich auf den Internet-Seiten von Verbraucherschutzverbänden und der zuständigen Industrie- und Handwerkskammer über mögliche Risiken
  • Tritt trotz aller Bemühungen ein Schadensfall ein, zeigen Sie den Sachverhalt sofort bei der Polizei ein

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