Jugend und Internet

10. März 2011 | Themenbereich: Innere Sicherheit, Mecklenburg-Vorp. | Drucken

Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU): „Ich begrüße sehr, dass sich die Auftaktveranstaltung zur Gründung eines Jugendrechtshauses in Greifswald sich dem so aktuellen Thema „Jugend und Internet“ widmet. Cyber-Mobbing, Cyber-Bullying sowie Cyber-Stalking sind Formen der Belästigung, Bedrängung und Nötigung anderer Menschen mit Hilfe unterschiedlicher elektronischer Kommunikationsmittel im Internet, in Chatrooms oder im Nachrichtenversand. Für manche Schülerin oder Schüler und deren Eltern sind solche Verhaltensweisen mittlerweile zu einer alltäglichen Bedrohung geworden.“

„Da das Internet auch künftig den Alltag und die Arbeitswelt bestimmen wird, ist es besonders wichtig,“ betont Ministerin Kuder, „dass sich Kinder und Jugendliche frühzeitig mit seinen Möglichkeiten, deren rechtlichen Grenzen, aber auch den alltäglichen Gefahren vertraut machen. Die Erlangung von positiver Medienkompetenz ist dabei ebenso wichtig wie die Aufklärung über die negativen Folgen von allzu freizügiger Offenbarung privater Daten und vom Missbrauch des Internets.“

Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) appelliert an die Schülerinnen und Schüler: „Wer nicht vorsichtig mit seinen persönlich ins Internet gestellten Daten umgeht, kann schnell zum Opfer werden: Ihr bekommt E-Mails, die Ihr nicht haben wollt, werdet in Chats beleidigt und bedroht, ohne zu wissen, warum. Genauso schnell könnt Ihr aber auch selbst zum Täter werden: Wenn Ihr beispielsweise Idee und Texte für Hausaufgaben aus dem Internet kopiert und als eigene „verkauft“ oder Ihr ladet Filme herunter, die nicht heruntergeladen werden dürfen. Oder Ihr wollt nur mal so einen Klassenkameraden necken und geht in einen Chatroom. Auf einmal machen andere mit, satteln noch drauf. Aus der Neckerei wird eine ernsthafte und böse Verleumdungskampagne. Hier bewegen wir uns bereits im Bereich des Strafrechts.“

„Üble Nachrede, Verleumdung, Nötigung, Bedrohung, Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes, Verletzung des persönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen, Gewaltdarstellungen, Nachstellung oder auch Ideenklau – all´ das kann strafrechtlich relevant sein“, mahnt Ministerin Kuder und weist die Jugendlichen nachdrücklich darauf hin: „Seid achtsam, macht nicht einfach mit, sonder überlegt vorher, was Ihr von Euch preisgebt, was ihr herunterladet und mit wem Ihr chattet. Denkt daran: Viele Einträge sind nicht löschbar – fast jeder kann damit machen, was er will und dadurch wird auch jeder angreifbar!“

Information:

Tipps für Kinder und Jugendliche „Cyber-Mobbing“ – „Cyber-Bullying“:

  • Du bist nicht am Mobbing schuld! Auch wenn du das Gefühl hast, durch dein Verhalten in der Vergangenheit möglicherweise diese Situation unterstützt zu haben, so sind es die TäterInnen, die diese Tat ausführen!
  • Prävention: Sei vorsichtig bei der Weitergabe von persönlichen Daten wie E-Mail-Adresse, Handynummer, Fotos etc.!
  • Antworte niemals auf Nachrichten, die dich belästigen oder ärgern. Ansonsten wird das Mobbing wahrscheinlich nur noch schlimmer!
  • Bewahre die Nachrichten auf! Du musst die Nachrichten nicht lesen, sie sind aber ein guter Beweis dafür, dass du belästigt wurdest. Solche Beweise helfen dir, wenn du Unterstützung suchst oder die Belästigung melden möchtest!
  • Wende dich an jemanden, dem du vertraust. Bei Problemen können deine Eltern, Freunde. Lehrer, Jungendbetreuer deine ersten Ansprechpartner sein.
  • Sperre den Absender. Du musst dich nicht mit jemandem abgeben, der dich belästigt – blockiere unerwünschte Absender!
  • Melde Probleme! Nimm Belästigung und anstößige Inhalte nicht einfach hin und informiere den Betreiber der Website. Vorfälle, die strafrechtlich relevant sein könnten, solltest du den Behörden melden.
  • Respektiere dich selbst und respektiere andere: Die Online-Welt ist öffentlich und real, obwohl es manchmal nicht den Anschein hat. Kenn deine Rechte! Behalte die Kontrolle!

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