Bekämpfung der Drogenkriminalität ist Schwerpunktaufgabe

7. März 2011 | Themenbereich: Kriminalität, Sachsen-Anhalt | Drucken

Innenminister Holger Hövelmann (SPD) und der Direktor des Landeskriminalamtes, Jürgen Schmökel, haben heute in Magdeburg die Entwicklung der Rauschgiftkriminalität für das vergangene Jahr vorgestellt

2010 sind insgesamt 4.492 Rauschgiftdelikte polizeilich erfasst worden, was einem Rückgang von 7,4 Prozent entspricht. Der Anteil der Rauschgiftkriminalität an der ebenfalls rückläufigen Gesamtkriminalität blieb mit 2,4 Prozent gleich. Die Aufklärungsquote liegt bei 92,8 Prozent, plus 1,4 Prozentpunkte gegenüber dem Wert des Jahres 2009.

Holger Hövelmann: „Die Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität erfordert mehr denn je einen hohen personellen, technischen zeitlichen und materiellen Ressourceneinsatz. Aber allein diese Zahlen verdeutlichen, dass wir die Rauschgiftkriminalität mitnichten vernachlässigen und die Polizei tagtäglich einen hohen Einsatz bei ihrer Bekämpfung an den Tag legt. So konnten im vergangenen Jahr Betäubungsmittel mit einem Straßenverkaufswert von etwa 2,2 Millionen Euro sichergestellt werden – eine Verdopplung gegenüber 2009.“

Als Tatverdächtige konnten im vergangenen Jahr 3.171 Männer und 479 Frauen ermittelt werden. 243 ausländische Tatverdächtige stehen dabei 3.407 deutschen Tatverdächtigen gegenüber – die Zahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen entspricht einem Anteil von 6,7 Prozent und liegt damit niedriger als der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen bei der Kriminalität insgesamt.

3.330 Fälle registrierte die Polizei bei den Konsumentendelikten. 986 Mal wurden Delikte im Zusammenhang mit dem illegalen Handel/Schmuggel von Betäubungsmitteln sowie deren illegale Einfuhr erfasst.

Mit einem Anteil von rund 52 Prozent an den allgemeinen Verstößen bilden nach wie vor Straftaten im Zusammenhang mit Cannabisprodukten einen Schwerpunkt.

Im letzten Jahr gab es in Sachsen-Anhalt sechs Rauschgifttodesfälle, 2009 waren es neun. Im laufenden Jahr 2011 ist bereits ein erstes Todesopfer zu beklagen – seit 1994 sind somit im Zusammenhang mit missbräuchlichem Konsum von Betäubungs- oder Ausweichmitteln insgesamt 99 Personen verstorben.

Für Hövelmann sind das Zahlen, die betroffen machen, zumal das Durchschnittsalter dieser Personen zum Zeitpunkt ihres Todes gerade einmal 26 Jahre betrug. „Bei aller Tragik zeigt aber ein Blick über unsere Landesgrenzen hinaus, dass Sachsen-Anhalt glücklicherweise zu den Ländern gehört, die die wenigsten Opfer zu beklagen haben.“

Den Schwerpunkt der polizeilichen Ermittlungsarbeit sieht Hövelmann nach wie vor in der Bekämpfung der organisierten Strukturen im Rauschgifthandel, gleichwohl die Konsumentenebene ebenfalls fest im Visier der Ermittler bleiben wird.

Innenminister Hövelmann verdeutlichte, dass der Kontrolldruck seitens der Polizei weiterhin hoch gehalten werde. Ein Beleg dafür ist, dass sich Sachsen-Anhalt seit mehreren Jahren intensiv an länder- und auch staatenübergreifenden Kontrollen beteiligt. Es handelt sich dabei um sogenannte integrative Kontrollen – Beamte der Schutzpolizei und der Kriminalpolizei nehmen dabei Fahrzeugführer und Fahrzeug auf alle in Frage kommenden Delikte in Augenschein.

Nach wie vor ist aber auch auf die bewährte Präventionsarbeit unabdingbar. Hövelmann: „Am effektivsten begegnet man diesem giftigen Sumpf, in dem man alles daran setzt, dass es keine Nachfrage mehr gibt. Aber hier ist neben dem polizeilichen Engagement auch ganz besonders die Einflussnahme durch die Elternhäuser und Schulen gefragt.“

Der Direktor des LKA, Jürgen Schmökel, stellte insbesondere das Erfordernis der internationalen Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität heraus.

Schmökel: „Die kürzlich erfolgte Verurteilung eines Drahtziehers des Kokainschmuggels zu einer hohen Haftstrafe wäre ohne die internationale Zusammenarbeit nicht möglich gewesen.“

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