Polizeiliche Kriminalstatistik 2010

4. März 2011 | Themenbereich: Bremen, Kriminalität | Drucken

Der Senator für Inneres und Sport, Ulrich Mäurer, Polizeipräsident Holger Münch sowie der Leiter der Ortspolizeibehörde Bremerhaven, Harry Götze, haben gestern die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2010 für das Land Bremen vorgestellt.
Danach sank die Gesamtzahl der registrierten Straftaten von 93.064 im Vorjahr auf 89.087, das ist ein Minus von 4,3 Prozent. Die Zahl liegt damit auf dem Niveau von 1999. Die Aufklärungsquote konnte erneut verbessert werden, diesmal von 47,3 auf 48,9 Prozent. Das ist die höchste Aufklärungsquote seit 1966.

Noch deutlicher als in 2009 ist jetzt die Zahl der Diebstähle aus Kraftfahrzeugen zurückgegangen. Sie sank von 8930 auf 6982, das ist ein Minus von 21,8 Prozent. 2008 waren es noch 10.669 Fälle. Ebenfalls deutlich niedriger ist der Einbruchdiebstahl aus Wohnungen (- 15,4 Prozent). Auch wurden 1.467 Fahrräder weniger gestohlen (- 17,4 Prozent).

„Die Zahlen sind mir zwar immer noch zu hoch, aber die Wende ist ein positives Zeichen und eine Ermutigung, die Anstrengungen zu intensivieren“, sagte Innensenator Mäurer. Er wies darauf hin, dass auch die weiter sinkenden Zahlen beim Diebstahl aus Kfz im Zusammenhang mit Schwerpunktsetzungen bei der Arbeit der Polizei stehen. „Die gezielte Arbeit der Polizei hat zu erkennbaren Erfolgen geführt“, betonte Mäurer.
Polizeipräsident Holger Münch kündigte an, dass die Polizei auf der Basis ihrer Erfahrungen in 2010 auch ihre Strategie und Schwerpunktsetzung weiter optimieren werde. „ Wir wollen im Vergleich mit anderen Städten deutlich aufholen“, so Münch.

Gestiegen ist die Zahl der Fälle bei den Sexualdelikten. Die Zahl der Vergewaltigungen erhöhte sich von 102 auf 137 (Aufklärungsquote 72,3 Prozent) und liegt damit wieder auf dem Niveau der Vorjahre. Die Zahl bei sexuellem Missbrauch von Kindern wuchs von 89 auf 132 (Aufklärungsquote 77,3 Prozent). „Diese Zunahmen sind vor allem auf ein verändertes Anzeigeverhalten zurückzuführen“, erläuterte Polizeichef Münch. Die Mehrzahl der Delikte vollziehe sich im familiären Umfeld der Opfer. Anders als früher gelangten die Taten zunehmend zur Anzeige. Dies gelte insbesondere bei sexuellem Missbrauch von Kindern, dazu habe die öffentliche Debatte darüber in der jüngeren Vergangenheit wesentlich beigetragen.

Geringfügig verändert hat sich die Zahl der Tötungsdelikte. Die Zahl der versuchten Tötungsdelikte (Mord und Totschlag) sank von 26 auf 25, die Zahl der vollendeten von 6 auf 5. Die Aufklärungsquote bei den Tötungsdelikten insgesamt stieg von 93,8 auf 96,7 Prozent.

48,3 Prozent aller Straftaten fallen auf die Diebstahlskriminalität. Im Vorjahr betrug der Anteil 50,6 Prozent. Es folgt der Betrug mit 15,5 Prozent (Vorjahr 14,7).
Bei den Diebstahlsdelikten ist die Aufklärungsquote generell sehr gering, sie beträgt beim Diebstahl aus Kfz 4,2 Prozent (Vorjahr 3,7) und beim Wohnungsdiebstahl 11,7 Prozent (13,7).

Der Anteil der Gewaltkriminalität beträgt 3,9 Prozent. Die absolute Zahl der Gewaltdelikte ist im Vergleich zu den Vorjahren weiter leicht rückläufig, sie sank von 3.454 im Vorjahr auf jetzt 3.433. Die Aufklärungsquote liegt bei 66,4 Prozent (-0,2)

Im Bereich der Wirtschaftskriminalität sind die Fallzahlen besonders stark gestiegen, da die Polizei hier im vergangenen Jahr ihre Ermittlungsarbeit intensiviert hat. Dies drückt sich nicht zuletzt in der hohen Aufklärungsquote von gut 90 Prozent aus. Bei der Wirtschaftskriminalität ergab sich eine Zunahme der Fallzahlen von 716 auf 1.133 Fälle. Darin ist die Steigerung der Fälle des Betrugs in der Wirtschaftskriminalität von 284 auf 762 Fälle enthalten. Die Schadenssumme beläuft sich auf 28.491.697 Euro für Wirtschaftskriminalität gesamt, davon 5.354.886 Euro für Betrugsdelikte in der Wirtschaftskriminalität. Außerhalb der Wirtschaftskriminalität beträgt der Schaden im Bereich Waren- und Warenkreditbetrug 1.953.547 Euro. Die Fallzahlen beim allgemeinen Waren- und Warenkreditbetrug sind mit einem Anstieg von 3.756 auf 3.794 nahezu gleich geblieben. Dazu gehören vor allem Delikte im Bereich der Internetversteigerung und der Bestellungen im Versandhandel.

Einen leichten Rückgang gab es bei den Körperverletzungsdelikten insgesamt, wobei die vorsätzliche einfache Körperverletzung von 4.613 auf 4.671 zunahm. Die Aufklärungsquote sank hier leicht von 89,7 auf 88,8 Prozent. Die Zahl bei der schweren und gefährlichen Körperverletzung ist mit 2.073 in 2009 und 1.993 in 2010 leicht gesunken, die Aufklärungsquote erhöhte sich von 78,4 auf 79,0 Prozent.

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