Entschädigung von Missbrauchsopfern reicht bei weitem nicht aus

3. März 2011 | Themenbereich: Die Linkspartei, Parteien | Drucken

„Die Vorschläge der Bischofskonferenz zur Entschädigung von Missbrauchsopfern reichen bei weitem nicht aus“, erklärt Raju Sharma, der religionspolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE zum Beschluss der Bischofskonferenz minderjährigen Opfer sexuellen Missbrauchs bis zu 5000 Euro Entschädigung zu zahlen. Sharma weiter:„Es ist anzuerkennen, dass sich die Kirchen nun auch in finanzieller Hinsicht ihrer Verantwortung für die Missbrauchsfälle stellen wollen. Jedoch wird das Konzept, das die Bischofskonferenz heute vorgestellt hat, den Anforderungen nicht gerecht. Zu einer ernst gemeinten Buße gehört auch, dass die Opfer nicht mit Brosamen abgespeist werden. Eine Entschädigung von maximal 5.000 Euro ist angesichts des Leids, das die Betroffenen erfahren mussten, viel zu gering. In Österreich zahlt die katholische Kirche in vergleichbaren Fällen eine Entschädigung von bis zu 25.000 Euro. Zudem muss sich die katholische Kirche dafür kritisieren lassen, dass sie sich einem möglichen zentralen Fonds zur Entschädigung für Missbrauchsopfer verweigert. So sind Opfer auch in der Zukunft darauf angewiesen mit der Organisation der Täter über eine angemessene Entschädigung zu verhandel. Der Präventivfond ist mit 500.000 Euro viel zu gering ausgestattet.

Unabhängig von der Höhe möglicher Entschädigungsleitungen muss aber auch klar sein: Die Kirchen können sich aus ihrer Verantwortung nicht freikaufen. Die Verletzungen, die Missbrauchsopfer erlitten haben, sind mit Geld nicht zu begleichen. Eine plausible Antwort auf die Frage, wie Missbrauchsfälle künftig vermieden werden, bleibt die Bischofskonferenz nach wie vor schuldig“.

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