Straffälligenverein Humanitas e.V. feiert 20-jähriges Bestehen

2. März 2011 | Themenbereich: Brandenburg, Strafvollzug | Drucken

Seit 20 Jahren kümmern sich die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter des Straffälligenvereins Humanitas e.V. um inhaftierte Gefangene und Haftentlassene. Bei zahlreichen Problemen, die die neugewonnene Freiheit oft mit sich bringt, stehen fünf hauptamtlich Tätige, 23 Vereinsmitglieder und 30 Ehrenamtler den ehemaligen Häftlingen mit Rat und Tat zur Seite.

Aus Anlass des Jubiläums dankt Justizminister Dr. Volkmar Schöneburg allen Mitarbeitern des in Brandenburg an der Havel ansässigen Vereins für die engagierte Arbeit zum Zwecke einer erfolgreichen Wiedereingliederung in die Gesellschaft.

Schöneburg: „Humanitas ist ein Verein der unauffällig praktizierten Menschlichkeit. Humanitas hilft entlassenen Gefangenen bei allem, was sie nach langen Jahren der Haft nicht haben, aber dringend benötigen: Arbeit, Wohnraum und soziale Kontakte. So hilft Humanitas Menschen, zu sich selbst zu finden, und vermeidet, dass entlassene Gefangene falsche Freunde finden und erneut Straftaten begehen. Humanitas trägt dazu bei, dass es weniger neue Opfer gibt.“

Jedes Jahr nehmen etwa 120 Männer, die in der Justizvollzugsanstalt Brandenburg an der Havel eine Haftstrafe verbüßen oder verbüßt haben, die Angebote von Humanitas wahr. Der Verein unterstützt ehemalige Gefangene bei der Arbeitssuche sowie bei der Beschaffung und Einrichtung von Wohnungen. Den Übergang in das Leben in Freiheit bereitet der Verein zumeist langfristig vor, indem er vor dem Entlassungstermin Vorbereitungsgespräche mit den Gefangenen führt. Das Wohnprojekt mit zwölf Plätzen in sieben Zimmern ist speziell für entlassene Gefangene mit besonderen Problemen ein wichtiger Anker- und Orientierungspunkt.

Schöneburg: „Humanitas ist im Land Brandenburg der einzige Straffälligenverein, der Entlassenen eine Unterkunft bietet – zunächst im Wohnprojekt für maximal ein Jahr und danach in einer der zehn angrenzenden Sozialwohnungen für unbegrenzte Zeit. Während der Haft kann man sich noch so sehr vornehmen, künftig straftatenfrei zu leben; wenn aber so etwas Haltgebendes fehlt wie ein Dach über dem Kopf, können die guten Vorsätze schnell verflogen sein – ohne böse Absicht.“

Die finanzielle Förderung für das Humanitas-Projekt „Ehrenamtliche Mitarbeit im und nach dem Strafvollzug“ durch das Ministerium der Justiz in den Jahren 2010 und 2011 (mit 37.400 und 37.250 Euro) ist ein Beitrag zu einer optimierten Resozialisierung ehemaliger Strafgefangener im Land Brandenburg gewesen. Die Bemühungen, die Bedingungen für gelungene Resozialisierungen zu verbessern, gehen jedoch über die finanzielle Unterstützung einzelner Vereine hinaus.

Die von Justizminister Schöneburg im vergangenen Jahr einberufene Arbeitsgruppe Resozialisierung wird in den nächsten Monaten Vorschläge für eine Stärkung der Resozialisierung auf gesetzlicher Grundlage unterbreiten. Diese sollen später voraussichtlich in das erste Strafvollzugsgesetz für das Land Brandenburg einfließen.

Justizminister Schöneburg wird bei der Festveranstaltung anlässlich des 20-jährigen Bestehens von Humanitas am Freitag, 4. März 2011, an der Podiumsdiskussion zum Thema „Freie Straffälligenhilfe – ein unverzichtbarer Partner im Resozialisierungsprozess“ teilnehmen. Die Podiumsdiskussion beginnt um 11.30 Uhr.

An der von Klaudius Leinkauf, Leiter der Dienstleistungsabteilung für den Justizvollzug im Land Brandenburg, moderierten Veranstaltung beteiligen sich ferner Wilfried Lehmann, Leitender Oberstaatsanwalt bei der Generalstaatsanwalt, Hermann Wachter, Leiter der JVA Brandenburg an der Havel, Kuno Pagel, Vorsitzender des Anstaltsbeirats der JVA Brandenburg, Andreas Kaczynski, Vorstandsvorsitzender des Landesverbands „Der Paritätische“, sowie die Oberbürgermeisterin der Stadt Brandenburg an der Havel, Frau Dr. Dietlind Tiemann.

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