Mindestlöhne für die Sicherheit und Zeitarbeit

2. März 2011 | Themenbereich: Security | Drucken

Ein Unternehmer, der für Mindestlöhne plädiert; ein mittelständisches Familienunternehmen, das mehr als 100 Auszubildende beschäftigt und allein im Sommer 2011 über 30 neue Ausbildungsplätze schafft; ein Geld- & Wert-Dienstleister, dessen Branche in Sachen Sicherheit europaweit Standards setzt: Die Wirtschaftsreihe „Dialog mit der Jugend“ des Initiativkreises Ruhr (IR), die heute Station bei KÖTTER Services machte, brachte für die rund 75 Oberstufenschüler manche Überraschung.

Auf Augenhöhe mit dem Unternehmenschef aktuelle Wirtschaftsthemen diskutieren: Diese Gelegenheit bot sich den Oberstufenschülern des Essener Don-Bosco-Gymnasiums, des Franz-Haniel-Gymnasiums aus Duisburg sowie der Maria-Sybilla-Merian-Gesamtschule aus Bochum. Und die Schüler hatten eine Menge Fragen an Friedrich P. Kötter: Wie ist die wirtschaftliche Entwicklung? Welche Karrieremöglichkeiten bieten sich? Und wie steht das Unternehmen zum viel diskutierten Thema Mindestlohn?

In der Diskussionsrunde und bei der anschließenden Ausbildungsbörse erfuhren die Schüler, dass die bundesweit tätige Dienstleistungsgruppe vielfältige Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten für Berufseinsteiger bereit hält. So beschäftigt das Unternehmen neben den mehr als 100 Auszubildenden zurzeit auch drei Trainees. Für das im Sommer startende Ausbildungsjahr bietet KÖTTER bundesweit über 30 Ausbildungsplätze, davon rund zehn in Dortmund, Duisburg und Essen. Ausgebildet wird z. B. zum/-r Fachinformatiker/-in, zum/-r Bürokaufmann/-frau und zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit.

Darüber hinaus stellt das Familienunternehmen für das nächste Jahr erneut Trainees ein und hält – u. a. in Kooperation mit der privaten Universität Witten/Herdecke – Praktikumsplätze für Studierende aber auch Schüler bereit.

„Getragen vom Konjunkturaufschwung haben wir im zurückliegenden Jahr den Umsatz und die Mitarbeiterzahl deutlich steigern können“, erläuterte Friedrich P. Kötter. „Wir wollen diesen Wachstumskurs auch im laufenden Jahr weiter fortsetzen.“ Zurzeit beschäftigt die Unternehmensgruppe 13.500 Mitarbeiter und erzielt einen Umsatz von 303 Millionen Euro. Das Unternehmen ist die Nummer 2 der Sicherheitsbranche und zählt zu den Top 15 der Facility-Management (FM)-Branche.

Dabei wurde den Jugendlichen klar, dass neben den eigenen Anstrengungen der Wachstumskurs in erheblichem Maße auch durch äußere Faktoren bestimmt wird. Neben einer guten öffentlichen Infrastruktur und der Personalrekrutierung betrifft dies z. B. auch die Themen Mindestlöhne und Equal Pay.

„Wir unterstützen seit Langem die Einführung von Mindestlöhnen in der Sicherheitsbranche, aber auch in der Zeitarbeit“, so Friedrich P. Kötter. „Deshalb begrüße ich ausdrücklich die jetzt von Regierung und SPD getroffenen Vereinbarungen.“ Mindestlöhne seien ein entscheidendes Instrument, um eine Abwärtsspirale bei Preisen, Löhnen und Qualität zu verhindern. Beispiel Sicherheit: Mittlerweile gibt es rd. 4.000 Sicherheitsdienstleister in Deutschland. „Und längst nicht alle halten sich an die Tarifverträge, wie es in unserem Unternehmen üblich ist“, erklärte Friedrich P. Kötter. „Gleichzeitig setzen nach wie vor auch zu viele Auftraggeber lieber auf den billigsten statt auf den qualitativ besten Dienstleister.“
Neue Gefahren drohen ab 1. Mai, wenn in der Europäischen Union die vollständige Arbeitnehmerfreizügigkeit gilt. Ohne gesetzliche Schutzbarrieren werden osteuropäische Anbieter mit deutlich geringeren Stundengrundlöhnen wie in ihren Heimatländern in Deutschland tätig werden können. „Es sei denn, es gelten eben gesetzliche Mindestlöhne, an die sich dann alle Anbieter verbindlich halten müssen.“

Auch beim Thema „Equal Pay“, der gleichen Bezahlung von Zeitarbeitskräften und Stammbelegschaft, bezog er klar Stellung: „Die Zeitarbeit ist ein zentrales Instrument, mit dem die Auftraggeber flexibel auf kurzfristige Auftragszuwächse und die Abdeckung von Produktionsspitzen reagieren können. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag dazu, den Wirtschaftsaufschwung zu sichern.“ Allerdings werde es die Weiterentwicklung in der Zeitarbeit nur geben, wenn der zuletzt diskutierte Equal-Pay nicht schon nach den ersten Wochen gelte, sondern frühestens nach neun bis 12 Monaten.

Neben der Diskussion mit dem Geschäftsführer standen Praxisstationen im Fokus. Dabei erlebten die Schüler, wie Gepäckstücke am Flughafen mit modernster Technik geprüft werden; bekamen wichtiges Know-how in Sachen Brandschutz und erfuhren „live“ an einem Geldtransporter, dass die Sicherheitsstandards der deutschen Geld- und Wertdienstleister europaweit zu den höchsten gehören. Denn während sich 2009 in Frankreich rund 70 Überfälle auf Geldtransporte ereigneten und in Großbritannien sogar mehr als 1.000, waren es in Deutschland lediglich zwei.

1 Kommentar
Hinterlasse einen Kommentar »

  1. ZITAT:…
    „Die Zeitarbeit ist ein zentrales Instrument, mit dem die Auftraggeber flexibel auf kurzfristige Auftragszuwächse und die Abdeckung von Produktionsspitzen reagieren können. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag dazu, den Wirtschaftsaufschwung zu sichern.” Allerdings werde es die Weiterentwicklung in der Zeitarbeit nur geben, wenn der zuletzt diskutierte Equal-Pay nicht schon nach den ersten Wochen gelte, sondern frühestens nach neun bis 12 Monaten.
    ……..

    Was denn jetzt: Flexibles Personal für die tollen Produktionsspitzen oder doch beides, nämlich : FLEXIBEL und BILLIG?

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.