Drohender Personalengpass im Vollzug

2. März 2011 | Themenbereich: Brandenburg, Strafvollzug | Drucken

Justizminister Dr. Volkmar Schöneburg intensiviert die Fachausbildung im Justizvollzug, um dem drohenden Personalengpass in den Haftanstalten entgegenzuwirken. Sieben junge Frauen und 13 Männer begannen gestern, 1. März 2011, ihre anspruchsvolle und facettenreiche zweijährige Ausbildung zum Justizvollzugsbediensteten in der Dienstleistungsabteilung (DLA) bei der Justizvollzugsanstalt Brandenburg an der Havel. Dies ist bereits der zweite Ausbildungslehrgang während Schöneburgs 14-monatiger Amtszeit. Von 2005 bis 2010 wurden im Land Brandenburg keine Justizvollzugsbediensteten ausgebildet.

Schöneburg: „Die Ausbildung von nunmehr 40 angehenden Justizvollzugsbediensteten ist dringend erforderlich, aber leider nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. 2015 werden im allgemeinen Vollzugsdienst voraussichtlich Dutzende Bedienstete fehlen. Ein auf Resozialisierung ausgerichteter Behandlungsvollzug im Rahmen des verfassungsrechtlichen Auftrags wird dann in Brandenburg nicht mehr zu realisieren sein.“

Zu berücksichtigen ist, dass dieser Berechnung lediglich die kalkulierbare Zahl der Altersabgänge zugrunde liegt. Angesichts des hohen Durchschnittsalters der Bediensteten von etwa 50 Jahren sind darüber hinaus weitere Personalausfälle als Folge erhöhter Arbeitsbelastung zu befürchten. Krankheit, Dienstunfähigkeit und vorzeitiger Ruhestand werden voraussichtlich zunehmen.

Schöneburg: „Ohne die große Leistungsfähigkeit der angehenden Justizvollzugsbediensteten und die hohe Qualität der Ausbildung in der DLA wären die Personalprobleme in den Haftanstalten im Prinzip gar nicht zu lösen – zumindest dann nicht, wenn Gefangene sinnvoll beschäftigt und therapiert werden sollen. Und genau diesen gesetzlichen Auftrag müssen wir erfüllen.“

Von den 20 Frauen und Männern des neuen Ausbildungslehrgangs stammen 17 aus dem Land Brandenburg und drei aus Berlin. Die meisten der 20- bis 30-Jährigen können bereits auf einen Abschluss in wenigstens einem anderen Beruf verweisen. Darunter sind Rechtsanwaltfachangestellte, Zimmerer, Straßenbauer, Tischler, Industriemechaniker, Kauf- und Bürofachleute, Kanalbauer, tiermedizinische Fachangestellte und ehemalige Bundeswehrzeitsoldaten. Andere Auszubildende haben – altersbedingt – noch keinen Berufsabschluss, stattdessen jedoch einen Realschulabschluss, die Fachoberschul- oder die allgemeine Hochschulreife.

Von 1991 bis 2005 wurden insgesamt 378 Bedienstete für die Tätigkeit im Justizvollzug des Landes Brandenburg ausgebildet. An den Ausbildungslehrgängen der Jahre 2010 und 2011 nehmen jeweils 20 Personen teil.

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