Dramatischer Rückgang der Aufklärungsquote

2. März 2011 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht in dem dramatischen Rückgang der Aufklärungsquote bei Straftaten, die im Internet begangen werden, ihre schlimmsten Befürchtungen in Hinblick auf das Ende der Vorratsdatenspeicherung bestätigt. Nach Zahlen, die der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) gestern veröffentlicht hat, ist seit dem Fortfall der Vorratsdatenspeicherung die Aufklärungsquote der von der Task-Force „Zentrale Internet-Recherche“ des Landeskriminalamtes NRW verfolgten Straftaten von 90 auf 60 Prozent gesunken.

Fachleute gehen davon aus, dass gleichzeitig das sogenannte Dunkelfeld der nicht von der Polizei erkannten Straftaten massiv gestiegen ist. „Dass Betrüger und Kinderschänder nur deshalb straffrei bleiben, weil sich die Bundesregierung nicht auf ein neues, verfassungskonformes Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung einigen kann, ist ein Skandal. Innenminister Jäger hat deshalb Recht, wenn er diesen Skandal öffentlich kritisiert“, erklärte der nordrhein-westfälische GdP-Vorsitzende Frank Richter.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die GdP die Bundesregierung mehrfach aufgefordert, die Sicherheitslücke, die durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Vorratsdatenspeicherung entstanden war, umgehend zu schließen. „Wer der Polizei im Internetzeitalter den Zugriff auf Telefon- und Internetverbindungsdaten verwehrt, macht sie blind“, hatte der GdP-Landesvorsitzende erklärt. Richter werte es deshalb als positiv, dass die nordrhein-westfälische Landesregierung jetzt den Druck auf die Bundesregierung erhöhen will, um die Gesetzeslücke bei der Vorratsdatenspeicherung zu schließen.

„Man kann die Daten so speichern, dass die Freiheitsrechte der Bürger nicht beeinträchtigt, aber Straftäter wirksam verfolgt werden können. Wer hingegen, wie das Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) anstrebt, nur das Aufzeichnen von Telekommunikationsdaten bereits bekannter Straftäter zulassen will, hilft nur den Tätern“, warnte Richter.

1 Kommentar
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  1. Jouh … sind das die Leute, die bei „Löschen statt Sperren“ effektiv 6 Beamte bundesweit eingesetzt haben?
    … mit der VDS könnte man ja drei von den sechs einsparen! :D
    Ich finde auch lustig, das sie auch von anderen Straftaten Faseln … also weit weg vom Derrorismuss!
    Die Äußerungen von Ralf Jäger (SPD) lassen darauf schließen, das die Befugnisse nicht im Sinne der damaligen VDS verwendet wurden …

    Herr Richter, wenn Sie einen Verdacht haben, dann gehen sie zu einem Staatsanwalt und der wird das weitere einleiten!
    Das was hier verwehrt wird, ist die Möglichkeit des schnüffelns, wie es STASI und GESTAPO gestattet war!
    Was Ihnen nicht bewusst zu sein scheint, Herr Richter … ist der Winzige Umstand, das auch Ihre Daten ausgeschnüffelt werden!
    Genau, es gibt immer einen der dies machen wird, so ihm die Möglichkeit offen steht!
    … und dann wird ein Konstrukt erstellt, das Ihnen Herr Richter … den Posten kosten wird!
    Schalte Sie Ihr Gehirn ein, bevor Sie etwas fordern, das auch Ihnen den Kopf kosten könnte!

    Zitat: „Wer hingegen, wie das Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) anstrebt, nur das Aufzeichnen von Telekommunikationsdaten bereits bekannter Straftäter zulassen will, hilft nur den Tätern”, warnte Richter.“

    So? Es werden Verfahren eingestellt, da die Verfahren nicht rechtzeitig eingeleitet werden können … und warum?
    Genau! Weil Ihre Landesfürsten Munter das Personal entlässt, das diese Arbeit macht!
    Hier ist die Schieflage: Personalmangel!

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