„Kriminologische Denkfabrik“

2. März 2011 | Themenbereich: Hessen, Kriminalität | Drucken

Die Kriminalitätsrate ist rückläufig. Gibt es weniger Straftäter, weil es immer weniger junge Männer gibt und der Durchschnitt der Bevölkerung immer älter wird? Kommen wir tatsächlich mit weniger Haftplätzen aus? Das waren Fragen, die Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) und Hessens Justizminister, Jörg-Uwe Hahn (FDP), mit Professor Dr. Rudolf Egg, dem Leiter der Kriminologischen Zentralstelle (KrimZ), anlässlich ihres heutigen Besuches in der KrimZ erörterten.

Minister Hahn über die KrimZ: „Deutschlands einzige kriminologische Denkfabrik, die praxisnah und länderübergreifend forscht, sitzt in Wiesbaden. Sei hilft uns, die Mittel sachgerecht und sparsam zu konzentrieren.“

Die KrimZ begleitet auch die Arbeit in den neuen „Häusern des Jugendrechts“ in Wiesbaden und Frankfurt, in denen Polizei, Staatsanwaltschaft und städtische Jugendhilfe eng zusammenarbeiten. „Professor Egg wird in zwei bis drei Jahren diese Arbeit beurteilen, ob und wo wir nachsteuern müssen“, so Minister Hahn.

Im Auftrag der Bundesjustizministerin beobachtet die KrimZ mittlerweile 35 Straftäter, die nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte aus der Sicherungsverwahrung entlassen wurden. Wie geht die Justiz mit ihnen um? Im Hause der Kriminologischen Zentralstelle sitzt auch die Nationale Stelle zur Verhütung von Folter. Diese Experten blicken kritisch in Bundeseinrichtungen wie Bundespolizei, Bundeswehr und Zoll, die Menschen in Gewahrsam nehmen. Mit dieser Einrichtung setzt Deutschland eine UN-Konvention um.

Die ebenfalls dem KrimZ angeschlossene Länderkommission zur Verhütung von Folter hat beispielsweise gerügt, dass Gefangene in einem Raum ohne Tageslicht untergebracht waren oder ein Festgenommener die Nacht auf einem kalten Fliesenboden ohne Unterlage und ohne wärmende Decke verbringen musste. Dies seien jedoch Einzelfälle. Der Staatsvertrag über diese Ländereinrichtung war unter der Führung des Hessischen Justizministers Hahn zustande gekommen. „Diese Institution leistet wirklich hervorragende Arbeit“, so Minister Hahn abschießend.

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