Eröffnung des Haus des Jugendrechts

23. Februar 2011 | Themenbereich: Hessen, Justiz | Drucken

Der Hessische Justizminister, Jörg-Uwe Hahn, sowie Hessens Innenminister, Boris Rhein, und die Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt am Main, Petra Roth, eröffneten heute in Frankfurt am Main-Höchst offiziell das zweite Haus des Jugendrechts in Hessen.

„Ich freue mich sehr, dass nach dem Haus des Jugendrechts in Wiesbaden nunmehr das zweite Haus des Jugendrechts seine Arbeit aufgenommen hat. Damit sind wir unserem Ziel, Jugendkriminalität noch effektiver zu bekämpfen, abermals einen guten Schritt näher gekommen“, erklärte der Hessische Justizminister und stellvertretende Ministerpräsident, Jörg-Uwe Hahn, heute anlässlich der offiziellen Eröffnung.

Innenminister Rhein wies darauf hin, dass mit der Einrichtung eines Hauses des Jugendrechts in Frankfurt am Main-Höchst erneut eine wesentliche Forderung der im Jahr 2008 eingesetzten Expertenkommission zur Verbesserung der rechtlichen und tatsächlichen Instrumentarien zur Bekämpfung der Jugendkriminalität umgesetzt worden ist. „Damit ist ein wichtiger Punkt des Koalitionsvertrages umgesetzt.“

Die Implementierung dieses Projekts wurde eng durch den Hessischen Datenschutzbeauftragten begleitet.

Zudem betonte Boris Rhein, dass die Polizei in Frankfurt am Main-Höchst wie auch schon in Wiesbaden große personelle Anstrengungen unternommen habe, um zum Gelingen des Hauses des Jugendrechts beizutragen. „Wir stellen elf Beamtinnen und Beamte der Polizei in das Höchster Projekt und leisten damit erneut den größten Personalaufwand aller Beteiligten“, so Innenminister Boris Rhein.

Aber auch seitens der Justiz und der Stadt Frankfurt am Main wurden zusätzliche Stellen geschaffen, um den erhöhten Anforderungen im Haus des Jugendrechts vollumfänglich Rechnung tragen zu können, führte Justizminister Hahn weiter aus.

Dem Modell Haus des Jugendrechts liegt die Erkenntnis zugrunde, dass staatliche Reaktionen auf abweichendes oder delinquentes Verhalten junger Menschen teilweise nicht abgestimmt und mit zeitlichem Verzug erfolgen. Um die behördenübergreifende Zusammenarbeit zu optimieren, eine schnelle und gründliche Bearbeitung von jugendstrafrechtlichen Verfahren zu unterstützen und die Verfahrensdauer zu verkürzen, arbeiten in Häusern des Jugendrechts Polizei, Staatsanwaltschaft und Jugendhilfe unter einem Dach zusammen. In Frankfurt am Main-Höchst wurden eigens für das Haus des Jugendrechts neue Räumlichkeiten unter Berücksichtigung der durch die Nutzer formulierten Anforderungen geschaffen.

Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth hob hervor, dass im Haus des Jugendrechts der Vernetzung besondere Bedeutung zukomme. Um die präventive Arbeit in diesem Bereich weiter zu verbessern, gehe es auch um eine verstärkte Kooperation mit dem Präventionsrat der Stadt und den freien Trägern. Alle Beteiligten befassten sich fortan intensiver mit der Persönlichkeit des Betroffenen, um beispielsweise „Drehtür-Effekte“ zu vermeiden. Frankfurts Oberbürgermeisterin zeigte sich zuversichtlich: motivierte Strafverfolger bei Staatsanwaltschaft und Polizei sowie Sozialarbeiter gingen das Projekt Haus des Jugendrechts künftig gemeinsam an.

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