Arbeitszeitmodell des Polizeipräsidenten macht krank

22. Februar 2011 | Themenbereich: Berlin, Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen | Drucken

Die Zustände in der Einsatzleitzentrale sind nur die Spitze des Eisberges. Alles was jetzt zu Tage kommt, hat die DPolG bereits mit Beginn der Diskussion um die Abschaffung des 12-Stunden-Dienstes vorausgesagt. Immerhin sind 829 Kolleginnen und Kollegen betroffen. Die aktuell zu beklagenden Folgen sind nicht auf die üblichen Anlaufschwierigkeiten bei neuen Arbeitszeiten zurückzuführen.

VB I: Während im Altmodell im Monat bei den vier Schichten von VB I ca. 50 Überstunden im Monat in einer Direktion zu verzeichnen waren, sind es derzeit bis zu 172 Überstunden. Dieses Arbeitszeitmodell produziert also rund 120 Überstunden monatlich je Direktion. Die Ruhezeiten werden reihenweise unterschritten. Die ablösebedingten Wartezeiten, weil das „Altteam“ noch am Tatort ist und das „Neuteam“ weder Fahrzeug noch Ausrüstung hat, sind enorm.

ELZ, LZ und FmbZ: Mit Krankheitsquoten von teilweise 50-60% ist verantwortungsvolle Leitstellenarbeit nicht zu machen. Auch die Landeseinsatzreserve ist nicht das geeignete Mittel, um diese Arbeitszeitregelung am Leben zu halten. Durch die Arbeitszeitregelung entstehen bei der Leitstellenarbeit erhebliche Risiken:

  • Die betroffenen Kollegen werden überlastet
  • Die Kollegen auf den Basisdienststellen tragen ein höheres Risiko, wenn die Funktische nur mit eingeschränkt ausgebildetem Personal besetzt sind
  • Der Bürger trägt ein höheres Risiko, weil die schnelle Notrufannahme nicht immer gewährleistet werden kann

Die DPolG wird nicht nur im GPR ihre Verantwortung konsequent wahrnehmen, um in erster Linie die Interessen der betroffenen Kollegen zu wahren, sondern auch die Öffentlichkeit über die wahren Zustände informieren. Der richterliche Spruch der Einigungsstelle, das jetzige Dienstzeitmodell 1 Jahr lang zu erproben, ist bereits nach 6 Wochen gescheitert! Dieses Dienstzeitmodell kann nicht kosmetisch nachträglich verändert werden. Jetzt gilt es den 12-Stunden-Dienst schnell wieder einzuführen und keine neue Sau durchs Dorf zu treiben!

Die Gesundheit der Kollegen und die Sicherheit der Bürger müssen Priorität haben

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