Tu was für Zivilcourage

21. Februar 2011 | Themenbereich: Prävention | Drucken

Jeder spricht davon, doch im Ernstfall sind nur wenige bereit, Zivilcourage zu zeigen. Dabei wollen die meisten Menschen helfen, wenn andere in Notsituationen geraten, auf offener Straße beleidigt oder angegriffen werden. Die Polizei zeigt Wege auf, wie jeder anderen helfen kann – ohne sich selbst in Gefahr zu bringen.

Jeder ist schon von Gesetzes wegen verpflichtet, bei einer Straftat im Rahmen seiner Möglichkeiten einzugreifen. Jeder trägt Verantwortung dafür, dass das Zusammenleben in unserer Gesellschaft friedlich und zivilisiert verläuft. Deshalb ist auch jeder gefordert, selbst als Zeuge und Helfer aktiv zu werden. Oft siegt jedoch die Unsicherheit, etwas falsch zu machen oder selbst zum Opfer einer Gewalttat zu werden. Dagegen hat die Polizei sechs Regeln für den Ernstfall formuliert. Diese sind in einer bedrohlichen Situation eine wichtige Hilfe für den Helfer.

„Wir wollen vor allem richtiges Zeugenverhalten aufzeigen. Das ist für ein Opfer nicht nur in der akuten Situation wichtig, sondern auch bei der Verarbeitung der Geschehnisse. Zivilcourage muss für jeden selbstverständlich sein“, sagt Prof. Dr. Wolf Hammann, Vorsitzender der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes und Landespolizeipräsident von Baden-Württemberg.
Wie man sich im Ernstfall richtig verhält, zeigt die Polizei anhand von sechs Regeln:

  • Ich helfe, ohne mich selbst in Gefahr zu bringen. Manchmal hilft schon ein lautes Wort oder eine kleine Geste, um den Täter einzuschüchtern und von seinem Vorhaben abzubringen. Wichtig ist auf jeden Fall eine umsichtige Reaktion: Niemand erwartet, dass Sie Ihre eigene Gesundheit aufs Spiel setzen und den Helden spielen.
  • Ich fordere andere aktiv und direkt zur Mithilfe auf.
    Warten Sie nicht darauf, dass schon irgendjemand irgendetwas unternehmen wird. Reagieren Sie als Erste(r) und machen Sie andere gezielt auf das Verbrechen aufmerksam. Einer direkten Ansprache kann sich niemand entziehen: „Sie, der Herr im Polo-Hemd, helfen Sie mir.“
  • Ich beobachte genau, präge mir Täter-Merkmale ein.
    Jedes Detail ist wichtig. Sie haben die Szene aufmerksam beobachtet. Sie wissen, in welche Richtung die Täter entkommen sind. Bitte notieren Sie sich die Auffälligkeiten.
  • Ich organisiere Hilfe unter Notruf 110.
    Je schneller die Polizei informiert wird, desto besser kann sie einschreiten. Der Notruf 110 ist schnell gewählt.
  • Ich kümmere mich um Opfer.
    Kümmern Sie sich unverzüglich um verletzte Personen, allein schon die Ausrichtung in einer stabilen Seitenlage ist für das Opfer eminent wichtig.
  • Ich stelle mich als Zeuge zur Verfügung.
    Viele Täter kommen ohne Strafe davon, weil sich Zeugen nicht bei der Polizei melden. Sei es aus Angst, Zeitmangel oder einfach aus Bequemlichkeit. Dabei ist die Polizei auf Ihre Hilfe angewiesen: Ohne Ihre genaue Beschreibung des Geschehens und des Täters ist seine Überführung nur sehr schwer möglich.

Profil Programm Polizeiliche Kriminalprävention

Das Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) verfolgt das Ziel, die Bevölkerung, Multiplikatoren, Medien und andere Präventionsträger über Erscheinungsformen der Kriminalität und Möglichkeiten zu deren Verhinderung aufzuklären. Dies geschieht unter anderem durch kriminalpräventive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und durch die Entwicklung und Herausgabe von Medien, Maßnahmen und Konzepten, welche die örtlichen Polizeidienststellen in ihrer Präventionsarbeit unterstützen.

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