Zunahme der Schleusungskriminalität

18. Februar 2011 | Themenbereich: Bundespolizei | Drucken

Der Präsident des Bundespolizeipräsidiums, Matthias Seeger, hat vor einer Zunahme des Menschenhandels und der Schleusungskriminalität gewarnt. Das Einschleusen von Ausländern in Staaten der Europäischen Union sei zu einem „dominierenden Handlungsfeld der schweren und organisierten Kriminalität“ geworden, sagte Seeger am Mittwoch auf dem Europäischen Polizeikongress in Berlin.

Die Sicherheitsbehörden müssten entschlossen gegen die im Hintergrund agierenden professionellen Banden vorgehen, sagte Seeger. Mit einer Schleusung würden kriminelle Gruppen bis zu 30.000 US-Dollar pro Kopf und insgesamt pro Jahr rund 10 Milliarden US-Doller umsetzen. Im Vergleich zum illegalen Handel mit Drogen und Waffen spiele die Schleusungskriminalität im Bereich der organisierten Kriminalität damit eine immer größere Rolle. „Um dem entschieden entgegen zu treten, müssen Ermittler direkt in die Polizeiarbeit der Bundespolizei an den Grenzen, Flug- und Seehäfen sowie Bahnhöfen eingebunden werden“, sagte Seeger.

Nach Schätzungen der Europäischen Kommission würden sich in der EU zwischen 4,5 und 8 Millionen Menschen ohne gültige Papiere aufhalten, sagte Seeger. „Der Bevölkerung muss vermittelt werden, dass diese Migranten oft nur Opfer sind. In Europa warten auf sie Abhängigkeit und moderne Sklaverei“, sagte Seeger. Beim Transport würden sie oft „wie Vieh“ in Containern transportiert werden. (dapd)

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