IT-Ausgliederung birgt erhebliche Sicherheitsrisiken

18. Februar 2011 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht in der von der Landesregierung geplanten Ausgliederung sämtlicher IT-Programm in die neue landeseigene Service-Gesellschaft IT NRW erhebliche Sicherheitsrisiken auf die Bürger zukommen. „Wenn IT-Programme der Polizei zusammenbrechen, hat das sofort massive Auswirkungen auf die Sicherheit der Menschen, weil erfolgsversprechende Spuren nicht verfolgt und Straftäter erst mit Verspätung dingfest gemacht werden können,“ warnte GdP-Landesvorsitzender Frank Richter vor einer unüberlegten Aufgabe der polizeieigenen IT-Systeme. „Wie störanfällig die Polizeisoftware ist, haben wir erst im vergangenen Jahr erlebt, wo durch einen Softwarefehler das polizeieigene Vorgangsbearbeitungssystem IGVP über Wochen massiv gestört war. Wäre die Polizei schon damals in IT NRW ausgegliedert gewesen, hätte es vermutlich Monate gedauert, bis Fachleute den Softwarefehler gefunden hätten“, sagte Richter. „Solche Systemausfälle können wir uns bei der Polizei schlicht nicht leisten.“

Die GdP bezweifelt zudem, dass sich die Ausgliederung der polizeieigenen Softwareprogramme in IT NRW wirtschaftlich rechnet. Nach einem vom Land in Auftrag gegebenen Gutachten soll die Ausgliederung sämtlicher Softwareprogramme des Landes in IT NRW den Steuerzahler bis 2015 mindestens 13 Millionen Euro kosten. Erst danach rechnen die Gutachter mit Einsparungen von jährlich vier Millionen. „Ob die erhofften Einsparungen tatsächlich eintreten, wird sich erst dann zeigen. Der spürbare Sicherheitsverlust wird sich aber sofort auswirken“, warnte Richter das Land vor einer Ausgliederung der Polizeisoftware.

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