Integrationspolitik auf dem richtigen Weg

18. Februar 2011 | Themenbereich: Berlin, Innere Sicherheit | Drucken

Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales Carola Bluhm: „Die Bundesregierung hat uns ihre Vorstellungen zur besseren Anerkennung im Ausland erworbener Qualifikation präsentiert. Ich bin froh, dass es jetzt endlich vorangeht. Wir haben in Berlin viele hochqualifizierte Menschen, die eine Anerkennung ihrer Abschlüsse und Zusatzqualifizierung brauchen. Wenn das besser gelingt, haben wir gute Chancen, unseren Fachkräftebedarf der Zukunft zu decken.“

Auf der Konferenz in Mainz stand auch das Thema „Integrationsmonitoring“ auf der Tagesordnung. Mit dem Monitoring wollen die für Integration zuständigen Ministerinnen und Minister bzw. Senatorinnen und Senatoren in regelmäßigen Abständen über Fortschritte und Defizite bei der Integration in den Bundesländern berichten.

Der erste Bericht unter Federführung Berlins und Nordrhein-Westfalens bestätigt für Berlin ein weit überdurchschnittliches Qualifikationsniveau in der migrantischen Bevölkerung. Aber er zeigt auch eine nach wie vor geringe Ausbildungsquote für Jugendliche aus eingewanderten Familien. Verglichen wurden Zahlen von 2005 und 2009.

„Insgesamt bestätigt der Bericht, das wir bei der Integrationspolitik auf dem richtigen Weg sind“, so Senatorin Bluhm. „Bei Qualifikation und Bildung ist das Bild differenziert. Wir haben in Berlin sehr gut ausgebildete Migrantinnen und Migranten. Dieses Potenzial müssen wir noch besser nutzen. Die Ausbildungsquote bei migrantischen Jugendlichen ist dagegen nach wie vor viel zu niedrig. Hier ist vor allem die private Wirtschaft in der Pflicht. Sie hat die Defizite erkannt, dem müssen aber nun endlich Taten folgen.“

Mit 40,2 Prozent haben überdurchschnittlich viele der 18-65-jährigen Migrantinnen und Migranten in Berlin das Abitur (18- bis 65-jährige ohne Migrationshintergrund: 37,8 Prozent). Im Bundesgebiet sind es 25,1 Prozent. Der Anteil stieg in Berlin im Vergleich zu 2005 um vier Prozentpunkte.

Sehr hoch ist mit 30,4 Prozent im Vergleich zu anderen Bundesländern auch der Anteil der Schülerinnen und Schüler nicht-deutscher Staatsangehörigkeit, die das Gymnasium besuchen. Die Quote liegt 12 bzw. 15 Prozentpunkte vor Bayern und Baden-Württemberg. Vergleichsweise niedrig ist mit 13,6 Prozent hingegen die Quote der Schüler nicht-deutscher Herkunftssprache, die eine Hauptschule besuchen. Zum Vergleich: In Bayern liegt der Anteil der Hauptschüler unter ausländischen Kindern bei 60 Prozent und in Baden-Württemberg 58,3 Prozent.

Schlecht schneidet Berlin im Ländervergleich im Hinblick auf die Ausbildungsbeteiligungsquote von ausländischen Jugendlichen ab. Sie liegt mit 6,5 Prozent weit unter dem Bundesdurchschnitt von 14,4 Prozent. Die Zahl der Schulabbrecher hat sich verringert. Die Quote sank seit 2005 um sechs Prozentpunkte auf 17,2 Prozent, liegt aber weiter über dem Bundesdurchschnitt von 14,2 Prozent.

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