Suchtmittel-Konsumforschung bei Jugendlichen

16. Februar 2011 | Themenbereich: Hamburg, Innere Sicherheit | Drucken

Mit dem Deutschen Zentrum für Suchtfragen des Kinder- und Jugendalters verfügt Hamburg über eine bundesweit einmalige Einrichtung. Die Wertigkeit der dortigen Arbeit wurde jetzt durch ein externes Gutachten belegt.

„Kinder und Jugendliche sind hinsichtlich des Suchtmittelkonsums in besondere Art und Weise gefährdet. Eine Binsenweisheit, über die aber bis vor wenigen Jahren kaum Forschungswissen bestand. Um entsprechend fundierte und fachlich untermauerte Erkenntnisse zu gewinnen und daraus Schlussfolgerungen für die wirkungsvolle Behandlung und die Suchtprävention von Kindern und Jugendlichen ziehen zu können, haben wir 2006 in Hamburg das DZSKJ am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) gegründet“, so Gesundheitssenator Dietrich Wersich.

„Die nun vorliegende Evaluation bestätigt unseren Schritt zur Gründung und Finanzierung des DZSKJ. Zusammen mit der ambulanten und jetzt neu auch stationären Behandlung suchtkranker Kinder und Jugendlicher ist am UKE in den letzten Jahren ein umfassendes Kompetenzzentrum für eine drogenfreie Kindheit und Jugend aufgebaut worden.“

Mit dem Start des DZSKJ im Jahr 2006 war die Erwartung verbunden, dass die Einrichtung zum einen Grundlagenforschung zu den Ursachen von Suchtgefährdung, zur Prävention und Früherkennung bei Suchtmittelkonsum und zur Behandlung von Suchtstörungen im Kindes- und Jugendalter betreibt.

Zum anderen sollte durch die Erkenntnisse die Qualität der gezielten Suchtprävention in Hamburg gesichert bzw. verbessert werden.

Um das Erreichen dieser Ziele zu überprüfen, wurde im vergangenen Jahr Prof. Dr. med. Franz Resch, Ordinarius für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Heidelberg, mit der Evaluation des DZSKJ beauftragt.

Das jetzt vorliegende Gutachten kommt zu einer positiven zusammenfassenden Bewertung: „Das DZSKJ hat in zusammenfassender Würdigung die ihm übertragenen Aufgaben und Tätigkeitsbereiche hervorragend bearbeitet und die an das Zentrum gerichteten Erwartungen erkennbar erfüllt bis übertroffen. Das DZSKJ hat sich in seiner wissenschaftlichen Entwicklung, wie in den Bereichen Qualitätssicherung, in lokaler, nationaler und internationaler Perspektive bewährt und ist zu einem unverzichtbaren Schwerpunkt im Themenbereich „Suchtstörungen bei Kindern und Jugendlichen“ geworden. Das DZSKJ bildet damit im Netzwerk der Hamburger Institutionen zu diesem Thema einen Knotenpunkt („Hot-Spot“), der die Weiterentwicklung der Netzwerkarbeit nachhaltig unterstützen kann und zur Qualitätsverbesserung in Forschung und Praxis beiträgt.“

„Das DZSKJ hat sich als bundesweit einmaliges Institut in Suchtfragen im Kinder- und Jugendalter etabliert. Wir freuen uns, dass die externe Evaluation dies belegt“, sagt Prof. Dr. Jörg F. Debatin, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKE.

„Die Leistung der DZSKJ zeigt sich auch in den umfassenden Forschungstätigkeiten und Veröffentlichungen“, sagt Prof. Dr. Dr. Uwe Koch-Gromus, Dekan der Medizinischen Fakultät und Vorstandsmitglied des UKE.

„Mit den Erkenntnisse, die aus der Arbeit des DZSKJ hervorgehen, können wir die indizierte Suchtprävention direkt verbessern“, Prof. Dr. med. Rainer Thomasius, ärztlicher Leiter des DZSKJ.

„Die besten Erkenntnisse wären nutzlos, wenn das gewonnene Wissen nicht in die Praxis vermittelt wird, um dort in tragfähige Konzepte und Methoden der Prävention, Beratung und Behandlung von suchtgefährdeten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen umgesetzt zu werden“, ergänzt Gesundheitssenator Wersich. „Entsprechend wirkt das DZSKJ in die Arbeitsfelder der Schule, Jugendhilfe, Suchthilfe und der medizinischen Versorgung hinein und hat Verantwortung – ergänzend zu den bestehenden Fachstellen für Suchtprävention – für die Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung in der indizierten Suchtprävention, Suchtberatung und Behandlung für suchtgefährdete oder von Suchtstörungen betroffenen Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.“

Mit der erfolgreichen Evaluation wird auch die Perspektive für die weitere Finanzierung des DZSKJ über das Jahr 2011 hinaus durch eine Zuwendung seitens der Stadt in Höhe von jährlich 288.000 Euro eröffnet. Das UKE beteiligt sich an der Finanzierung.

„Das DZSKJ sollte von der Stadt weiter so entschlossen gefördert werden, denn es ist gut investiertes Geld für die Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen“, so Gesundheitssenator Wersich abschließend.

Quelle: Behörde für Soziales, Hamburg

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