So wenig Getötete und Verletzte wie nie zuvor

16. Februar 2011 | Themenbereich: Sachsen-Anhalt, Verkehr | Drucken

„Noch nie mussten wir so wenig Tote und Verletzte auf unseren Straßen beklagen wie 2010″, sagte Innenminister Holger Hövelmann (SPD), der die Verkehrsunfallbilanz für das vergangene Jahr heute in Magdeburg vorstellte. „Gerade für tödliche Unfälle gilt natürlich: Jeder Unfall ist einer zuviel. Umso wichtiger ist es, wenn die Bilanz ausweist, dass die Zahlen der schweren Unfälle insgesamt zurückgehen. Das können wir heute für Sachsen-Anhalt feststellen, und soweit bisher bekannt, liegen wir damit im bundesweiten Trend.“

Insgesamt waren im vergangen Jahr 83.828 Verkehrsunfälle registriert worden, 3.851 mehr als noch im Jahr zuvor. Dieser Anstieg geht nahezu ausschließlich auf die extremen winterlichen Straßenbedingungen in den Monaten Januar, Februar und Dezember zurück. Auf die drei Wintermonate allein entfällt ein Anstieg um 3.982 Unfälle.

Trotz dieses Anstiegs sank die Anzahl der bei einem Verkehrsunfall tödlich verletzten Personen auf 157. Das sind sieben Menschen weniger (4,27%) als noch im Jahr 2009.

Ebenso hervorzuheben ist der Rückgang bei der Anzahl der Schwerverletzten um 159 auf 2.105 Verunglückte. Die Anzahl der Leichtverletzten sank ebenfalls, hier betrug der Rückgang 804 Personen auf 8.294.

Eckdaten Verkehrsunfallbilanz

Besonders hervorzuheben sind die überdurchschnittlichen Rückgänge

  • bei der Anzahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden von 8.952 (2009) auf 8.166 (2010) um 786 Unfälle (-8,78%) und
  • bei der Anzahl der Verkehrsunfälle mit schwerem Personenschaden (VUSP) von 2.024 (2009) auf 1.886 (2010) um 138 Verkehrsunfälle (-6,82%).

Hinsichtlich der Verunglücktenzahlen wurden bei den Verkehrsunfällen im vergangenen Jahr insgesamt

  • 157 Personen getötet (sieben weniger/ -4,27%),
  • 2.105 schwer- (159 weniger/ -7,02%) und
  • 8.294 leichtverletzt (804 weniger/ -8,84%).

Mit diesem Tiefstand bei der Anzahl der Getöteten wurde zudem in Sachsen-Anhalt das von Deutschland aktiv unterstützte Ziel der EU, die Getötetenzahl von 2000 bis 2010 zu halbieren, sehr deutlich erreicht.

Hauptunfallursachen

In der Rangliste der Hauptunfallursachen insgesamt stellt das „Wenden/ Rückwärtsfahren“ (Vielzahl von Parkplatzunfällen) nach wie vor die Hauptunfallursache Nr. 1 dar, gefolgt von „zu geringem Abstand“ und „Wildunfällen“. Bei den Verkehrsunfällen mit schwerem Personenschaden stehen als Hauptunfallursachen allerdings wie in den Vorjahren die überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit mit fast 30%, Vorfahrtsverletzungen mit knapp 15% und Alkohol mit ca. 9% im Vordergrund.

Unfallanteile nach Örtlichkeiten

Gut zwei Drittel aller Unfälle (68,1 Prozent) ereigneten sich innerhalb geschlossener Ortschaften, 25,7 Prozent auf Straßen außerhalb geschlossener Ortschaften. Unfälle auf Bundesautobahnen haben einen Anteil von 6,2 Prozent am Gesamtunfallgeschehen.

Unfälle auf Autobahnen

Angestiegen (24,4 Prozent) ist auch das Unfallgeschehen auf den Autobahnen. Waren im Jahr 2009 noch 4.199 Unfälle erfasst worden, sind für das Jahr 2010 5.224 Unfälle registriert worden. Entgegen den rückläufigen Gesamtzahlen bei den Schwerverletzen und Leichtverletzen sind auf den Autobahnkilometern im Land mehr Personen als im Jahr 2009 verletzt worden. So wurden im vergangenen Jahr 196 Schwerverletzte (2009: 167) und 609 Leichtverletzte (2009: 535) registriert.

Die Anzahl der Getöteten ging hingegen von 25 auf 16 Personen zurück.

Zugenommen haben auch die Unfälle mit Beteiligung von LKW. Waren 2009 noch 1.587 Unfälle registriert worden, so wurde im vergangenen Jahr ein Anstieg auf 2.213 Unfälle (+39,4 Prozent) festgestellt. Insgesamt waren im vergangnen Jahr 2.827 LKW an Unfällen auf Autobahnen beteiligt.

In 53 Fällen fuhren LKW auf Stauenden auf. In 47 dieser Fälle hatte der auffahrende LKW ein osteuropäisches Kennzeichen.

Fahrradfahrer

Mit 2.816 polizeilich erfassten Verkehrsunfällen (2010) ist gegenüber 3.328 Unfällen (2009) ein rückläufiger Trend um -15,4 % festzustellen. Vor dem Hintergrund einer hier nach wie vor angenommenen hohen Dunkelziffer und der strategischen Fokussierung der Verkehrsüberwachung auf die Verhinderung schwerer Verkehrsunfälle wird die Zielgruppe der Fahrradfahrer insbesondere in den städtischen Ballungsgebieten weiter einen Schwerpunkt der polizeilichen Verkehrsüberwachung darstellen.

Wildunfälle

11.919 Mal kam es im Jahr 2010 zu Unfällen mit Wild (2009: 12.164). Der Anteil der Wildunfälle am Gesamtunfallgeschehen betrug somit 14,2 Prozent, ein Prozentpunkt weniger als im Jahr zuvor.

Verkehrsüberwachung

Im vergangenen Jahr zog die Polizei 4.189 Alkoholsünder aus dem Verkehr. 729 Mal konnten die Beamten dem Fahrzeugführer den Einfluss von Drogen nachweisen. Durch die Polizei wurden weiterhin 336.370 Geschwindigkeitsdelikte sowie 1.240 Abstandsverstöße festgestellt und geahndet. Insgesamt sind im Rahmen der Verkehrsüberwachung über 40.000 Fahrzeuge des gewerblichen Personen- und Güterverkehrs kontrolliert wurden. Etwa bei der Hälfte aller Kontrollen gab es Beanstandungen.

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