Verstärkte Alkohol- und Jugendschutzkontrollen zur närrischen Zeit

11. Februar 2011 | Themenbereich: Baden-Württemberg, Innere Sicherheit | Drucken

„In den vergangenen Jahren haben die Vernunft der Autofahrer und konsequente Kontrollen der Polizei zu einem stetigen Rückgang bei Alkohol- und Drogenfahrten während der Fastnachtszeit geführt. Um diesen positiven Trend fortzusetzen, wird die Polizei in den kommenden Wochen gezielt kontrollieren.“ Das sagte Innenminister Heribert Rech am Freitag, 11. Februar 2011, in Stuttgart.

Wer sich unter Alkohol- oder Drogeneinfluss ans Steuer setze, gefährde sich und andere. Die Polizei empfehle, rechtzeitig vor Besuch von Veranstaltungen festzulegen, wie man dorthin- und vor allem wieder heimkomme. „Sinnvoll ist, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, mit dem Taxi zu fahren oder Fahrgemeinschaften zu bilden, bei denen der Fahrer dann auf Alkohol verzichtet“, sagte Rech. Die Devise „Einer bleibt nüchtern“ sei gerade in der „fünften Jahreszeit“ richtig und Garant für ungetrübtes Vergnügen.

Bei diesen Veranstaltungen herrsche meist eine ausgelassene Stimmung. Dies dürfe aber nicht dazu führen, dass Jugendschutzbestimmungen missachtet und bei der Abgabe von Alkohol durch Festveranstalter oder in der Event-Gastronomie außer Acht gelassen würden. Deshalb werde die Polizei auch die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen gezielt kontrollieren und die Verantwortlichen bei Verstößen zur Rechenschaft ziehen. An Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren dürfe aus Gründen des Gesundheitsschutzes keinerlei Alkohol verkauft oder ausgeschenkt werden, an über 16-Jährige lediglich Bier, Wein und Sekt. Erst an Personen über 18 Jahren dürften Spirituosen abgegeben werden. „Minderjährige, die bis zum Umfallen Alkohol trinken und im Krankenhaus landen, Pöbeleien und sogar gewalttätige Auseinandersetzungen sind oft das traurige Resultat, wenn jungen Menschen verantwortungslos oder in falsch verstandener Liberalität der unbeschränkte Zugang zu Alkohol ermöglicht wird. Hier sind die Gewerbetreibenden und Veranstalter von Festen eindeutig in der Pflicht. Das gilt im übrigen auch für die Erziehungsberechtigten“, betonte Rech.

Um eine neue, gewaltfreie „Festkultur“ zu etablieren, hätten sich unter anderem Festveranstalter, Kommunen und Fasnetzünfte auf die Einhaltung von Standards verpflichtet. Besonders hervorzuheben sei dabei das „Netzwerk Neue Festkultur“, dem mittlerweile 13 Landkreise aus Baden-Württemberg, der Landkreis Lindau und das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg angehörten und das vor kurzem erst eine gemeinsame Leitlinie unterzeichnet habe. Damit werde garantiert, dass gemeinsame Regeln landkreisübergreifend für ein großes Einzugsgebiet gelten, wodurch eine nachhaltige Veränderung der Festkultur erzielt werden könne.

Zusatzinformationen:

Während der Fastnachtszeit 2010 (25.Januar bis 16.Februar 2010) hätten sich 269 Verkehrsunfälle unter Alkoholeinwirkung ereignet. Dabei seien 108 Personen verletzt und zwei getötet worden. Weiterhin wurden bei den Kontrollen in diesem Zeitraum 1.131 alkoholisierte Fahrer festgestellt. 333 Fahrer seien darüber hinaus wegen Drogenfahrten angezeigt worden.

Neben den verstärkten Kontrollen setzt die Polizei auch auf eine intensive Aufklärungs- und Präventionsarbeit. Mit Plakaten, Flyern und kostenlosen Downloadangeboten für entsprechende Medien könnten sich Teilnehmer und Veranstalter gezielt informieren. Gerade um Veranstalter von Festen zu unterstützen seien spezielle Merkblätter und Plakate zum Aushang erstellt worden.

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