Hohe Haftstrafen für alle Beteiligten des Ausbruchs aus der JVA Aachen

10. Februar 2011 | Themenbereich: BSBD, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

Die beiden Strafgefangenen Michael Heckhoff und Peter Paul Michalski sowie der 41-jährige Strafvollzugsbeamte Michael K., der den beiden Gefangenen zur Flucht verholfen hatte, wurden heute zu hohen Haftstrafen verurteilt. Heckhoff wurde zu zehn Jahren und Michalski zehn Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Bei beiden Gefangenen wurde zudem die anschließende Sicherungsverwahrung angeordnet. Der JVA-Bedienstete erhielt eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten.

Am 26. November 2009 gelang den Strafgefangenen Heckhoff und Michalski ein spektakulärer Ausbruch aus der JVA Aachen der maßgeblich durch einen Strafvollzugsbeamten unterstützt wurde. Nach tagelanger Flucht, mehreren Geiselnahmen, Diebstählen usw. konnten die Gefangenen nach einem in seiner Größenordnung einmaligen Polizeieinsatz in Nordrhein-Westfalen wieder festgenommen werden.

In dem nun seit Mitte letzten Jahres laufenden Prozess wurden seitens der Gefangenen Heckhoff und Michalski immer wieder die Zustände und Abläufe in der JVA Aachen kritisiert. Diese seien ursächlich für ihre Flucht gewesen. Im Verlauf des Prozesses versuchten die beiden Gefangenen allerdings auch das Gericht davon zu überzeugen, dass sie nun „bessere Menschen“ geworden seien. Falls sie nun erneut zu hohen Haftstrafen verurteilt würden, sei ihre Leben ohne Perspektiven. Diese Hinweise vermochte das Gericht offensichtlich nicht anzuerkennen sondern stützte sich mehr auf die Feststellungen der Gutachter, die die Gefangenen auch weiterhin für gefährlich einstuften.

Für den Strafvollzugsbeamten Michael K. beginnt nun eine neue „Karriere!“ im Strafvollzug, allerdings hinter den verschlossenen Türen. „Mit seinem Handeln hat dieser ehemalige Bedienstete einen ganzen Berufsstand in Misskredit gebracht und leichtfertig das Leben und die Gesundheit seiner Kolleginnen und Kollegen gefährdet. Darüber hinaus hat er den gesamten NRW-Strafvollzug negativ belastet“, so BSBD-Landesvorsitzender Klaus Jäkel heute gegenüber Presse, Funk und Fernsehen.

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