Bildungsauftrag der Justiz – bundesweit einmaliges Modell in Arnsberg

8. Februar 2011 | Themenbereich: Justiz, Nordrhein Westfalen | Drucken

Justizminister Thomas Kutschaty hat gestern im Landgericht Arnsberg Jurastudenten der Ruhr-Universität Bochum zum Auftakt ihrer praktischen Studienzeit begrüßt. Dies sei ein bundesweit einmaliges Projekt, lobte der Minister. Der Bildungsauftrag der Justiz werde in Arnsberg sehr ernst genommen und könne als Modell für andere Gerichte gelten.

Rund 90 Studentinnen und Studenten schnuppern in den kommenden sechs Wochen Praxisluft und können gleichzeitig an Lehrveranstaltungen der Ruhr-Universität teilnehmen, die im Landgericht Arnsberg stattfinden. „Diese Verzahnung von universitärem Betrieb und praxisnaher Ausbildung gibt es so bundesweit nur in Arnsberg“, sagte der Minister. Auch das Landgericht und die Staatsanwaltschaft in Detmold strebten eine solch enge Kooperation an. Dieses Engagement, das deutlich über die Kernaufgaben der Justiz hinausgehe, erfülle in idealer Weise den Bildungsauftrag der Justiz, hob der Minister hervor.

Das Landgericht in Arnsberg organisiert nach seinen Worten für die Altersgruppe der 15- bis 17-Jährigen Rechtskundearbeitsgemeinschaften an Schulen und lädt Realschulklassen ein, an Gerichtsverhandlungen teilzunehmen. Für 17- bis 19-Jährige sind Schülerpraktika im Angebot. Jura-Studenten werden durch ihre praktische Studienzeit begleitet und später ausgebildet, wenn sie als Referendare wiederkommen. In Kooperation mit örtlichen und regionalen Medien werden informative Diskussionsveranstaltungen im Gericht veranstaltet. Eine ehrenamtliche Opferschutzbeauftragte ist installiert, ein deutsch-türkischer Rechtswissenschaftsverein befindet sich in der Gründungsphase.

„Bildung ist in unserer immer komplexeren Gesellschaft elementar notwendig. Ich begrüße es daher, wenn die Justiz in Nordrhein-Westfalen über ihre Kernaufgabe hinaus ihren Bildungsauftrag erkennt, annimmt und ausfüllt“, sagte Minister Kutschaty.

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