Leistungssportler erhielten Ernennungsurkunden

31. Januar 2011 | Themenbereich: Thüringen | Drucken

Der künftige Radprofi John Degenkolb ist jetzt auch Beamter auf Lebenszeit. Wie Sven Praetorius, Marcus Schöfisch, Robert Nüßle und Arne Leipziger aus der Sportfördergruppe am Bildungszentrum Meiningen, die auf der gleichen Veranstaltung von Innenminister Jörg Geibert zu Polizeimeistern ernannt wurden, verkörpert er damit vorbildhaft ein Ausbildungsmodell der Thüringer Polizei, das eine vollwertige Polizeiausbildung mit der Förderung des Leistungssports kombiniert.

Eine leistungssportliche Karriere erfordert nicht nur außergewöhnliche persönliche Voraussetzungen, sondern auch eine ganze Portion Mut zu einer ungewöhnlichen Lebensplanung. Stellt sich der Erfolg im internationalen Rampenlicht ein, hat dieser oft viele Väter und ein erfolgreicher Sportler oft auch gute Karriereaussichten. Doch es kann ja auch anders kommen.

Spitzensport mit einer Laufbahn als Polizeibeamter zu verknüpfen, kann dieses Risiko ein wenig mildern. Wobei das selbstverständlich auch heißt, das sportliche Können dem Dienstherrn in mehrfacher Hinsicht zur Verfügung zu stellen. Innenminister Jörg Geibert machte das in seinen Ausführungen während der Ernennungsveranstaltung unmissverständlich klar. Er erwartet gerade von den Leistungssportlern eine Vorbildwirkung auf ihre Kolleginnen und Kollegen.

Bereits 2004 begann Thüringen als erstes Bundesland, im Rahmen der Polizeiausbildung eine Sportfördergruppe einzurichten. Bis heute ist sie bundesweit die einzige, die sowohl Winter- als auch Sommersportler fördert und fordert.

Die Sportler absolvieren am Bildungszentrum der Thüringer Polizei eine Ausbildung für den mittleren Polizeivollzugsdienst und können gleichzeitig ihre sportliche Entwicklung vorantreiben. Auf ein halbes Jahr Ausbildung folgt dabei ein halbes Jahr sportliche Entwicklung. Durch die Anpassung der beruflichen Ausbildung an die sportliche Entwicklung wird die Ausbildungszeit von zwei auf vier Jahre gestreckt.

Seit 2004 wurde insgesamt 90 Sportlern die Möglichkeit eröffnet, ihre leistungssportlichen Ziele zu verwirklichen und zugleich eine Ausbildung zum Polizeivollzugsbeamten zu absolvieren. 20 von ihnen verloren den Kaderstatus, wurden in reguläre Anwärterlehrgänge eingegliedert oder schieden freiwillig aus. 26 Sportler konnten seit 2008 die Ausbildung erfolgreich beenden. Gegenwärtig nehmen 44 Sportler an der Ausbildung teil.

Um den Sportlern bei entsprechender Leistung weiterhin die Möglichkeit der Entwicklung zu geben, wird die leistungssportliche Förderung nach der Ausbildung umfangreich weitergeführt. Voraussetzung für die weitere sportliche Förderung ist der Kaderstatus. Ihre leistungssportlichen Aktivitäten werden dann durch Freistellungen überstützt.

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