Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

27. Januar 2011 | Themenbereich: Innere Sicherheit, Sachsen-Anhalt | Drucken

Anlässlich des heutigen Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus hat Innenminister Holger Hövelmann am Vormittag in Magdeburg an der feierlichen Kranzniederlegung am Mahnmal zum Gedenken an die Opfer der KZ-Außenstelle „MAGDA“ teilgenommen. In seinen an die Anwesenden gerichteten Worten gedachte der Minister der Gefangenen des Lagers und der weiteren unzähligen Menschen, die dem nationalsozialistischen Regime zum Opfer fielen.

Holger Hövelmann: „Im ehemaligen KZ-Außenlager „Magda“ sind 500 Menschen – vornehmlich ungarische Juden – getötet worden. Viele andere haben unsäglich gelitten. Es ist deshalb gut und richtig, dass sich auch in Magdeburg eine Erinnerungskultur für diesen Gedenktag entsprechend der Intention des damaligen Bundespräsidenten etabliert hat.

Um zu wissen, dass man Menschen nicht verfolgt, misshandelt und totschlägt, braucht man nie etwas über die nationalsozialistische Gewaltherrschaft gehört zu haben. Manche Nazis wissen sogar mehr als andere über die Zeit des Dritten Reichs, was zeigt: Wissen ersetzt nicht Moral oder ethische Überzeugungen. In meiner Arbeit als Innenminister bin ich vielmehr immer wieder mit dem grenzenlosen Zynismus der Neonazis konfrontiert, die über die Verbrechen der Nazis genau Bescheid wissen, und ihre menschenverachtende Politikziele dennoch umsetzen wollen. Mit Argumenten ist diesen Leuten nicht beizukommen, da hilft nur – wie im Fall der NPD – ein Verbot.

Der Gesellschaft als Ganzes kann die Erinnerung aber helfen zu verstehen. Sie kann uns zeigen wohin nationalsozialistisches Gedankengut im Ergebnis führt: Nationalsozialistisches Gedankengut erklärt das Leben von Menschen allein ob einer Gruppenzugehörigkeit für lebensunwert, damit richtet es sich gegen die Menschlichkeit selbst.

Die Erinnerung erklärt auch, warum die Väter und Mütter des Grundgesetzes die Würde des Menschen ins Zentrum unserer verfassungsmäßigen Ordnung gesetzt hat. Und die Erinnerung ist ein immer wieder notwendiger Ansporn, diesen zentralen Verfassungsauftrag – um den alles kreist – mit Leben zu erfüllen.

Deshalb denken wir hier und heute, wie an vielen anderen Stellen in Deutschland, an Juden, Christen, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderung, Homosexuelle, politisch Andersdenkende sowie Männer und Frauen des Widerstandes, Wissenschaftler, Künstler, Journalisten, Kriegsgefangene und Deserteure, Greise und Kinder an der Front, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter und an die Millionen Menschen, die unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft entrechtet, verfolgt, gequält und ermordet wurden. Wir denken an diese Menschen – Männer, Frauen und Kinder -, damit sich der Holocaust nie wiederholt.“

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