Polizeiseelsorge in Bayern

20. Januar 2011 | Themenbereich: Bayern, Polizei | Drucken

„Schon im Jahr 1920 hat der katholische Feld- und Lazarettseelsorger Josef Schneider in München die Wurzeln für eine heute im polizeilichen Alltag unverzichtbare Arbeit der Polizeiseelsorge in Bayern gelegt“, sagte Innenminister Joachim Herrmann am Rande des jährlichen Polizeigottesdienstes der Bayerischen Polizei in München. Der 20. Januar ist der Gedenktag für den Heiligen Sebastian, dem Schutzpatron der Polizei, den der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Dr. Reinhard Marx, Vorsitzender der Freisinger Bischofskonferenz, mit einem Pontifikalgottesdienst beging. Herrmann: „Zahllose Polizeibeamte und deren Angehörige sind für den Beistand und den Rat der hoch engagierten und einfühlsamen Polizeiseelsorger nach einschneidenden beruflichen und auch privaten Erlebnissen dankbar. Die Polizeiseelsorge leistet hier einen unschätzbaren Dienst im mitunter harten polizeilichen Alltag und setzt in der Aus- und Fortbildung der Polizei unentbehrliche ethische und moralische Standards. Ich bin sehr dankbar für die bemerkenswerte Unterstützung der Polizei, die uns die evangelische und die katholische Kirche in Bayern gewährt“, so Herrmann.

Mit dem Gottesdienst wird auch das Jubiläumsjahr „90 Jahre Polizeiseelsorge in Bayern“ formell abgeschlossen. Die Polizeiseelsorge in Bayern ist ein ökumenischer Dienst der evangelischen Landeskirche mit den sieben bayerischen katholischen Diözesen für die etwa 40.000 Bediensteten der bayerischen Polizei. Vier hauptamtliche, davon zwei katholische und zwei evangelische, sowie 20 weitere Polizeiseelsorger, die eigens von der Kirche zur Unterstützung der hauptamtlichen Seelsorger beauftragt sind, helfen Polizeibediensteten bei der Verarbeitung einschneidender Erlebnisse und begleiten sie bei der Berufsethik in Aus- und Fortbildung. Bei der Bereitschaftspolizei in München und Nürnberg sind zwei Büros als organisatorische Zentren für die Polizeiseelsorge Südbayern und Nordbayern eingerichtet. Erste Hinweise einer institutionalisierten Zusammenarbeit reichen mehr als 90 Jahre zurück. Der katholische Feld- und Lazarettseelsorger Josef Schneider nahm sich zunächst in Eigeninitiative der Münchener Schutzpolizei an. Im Jahr 1920 wurde er vom Landespolizeiamt dann als “Referent für Seelsorge und Erziehung“ geführt.

Herrmann:“ Gerade der Polizeiberuf erfordert ein besonderes ethisches Fundament. Er ist oftmals mit außergewöhnlichen seelischen Belastungen verbunden. Deshalb bedanke ich mich herzlich bei unseren Seelsorgern, die bei Bedarf rund um die Uhr für persönliche Gespräche zur Verfügung stehen, unsere Polizisten bei schwierigen Einsätzen begleiten und unermüdlich auch in scheinbar ausweglosen Situationen Halt und Orientierung vermitteln. Mit ihrer seelsorgerischen Erfahrung finden sie ganz besonderen Zugang zu den Menschen und treten vielfach auch in Krisensituationen als allseits geschätzte Mittler zwischen Polizei und Gesellschaft in Aktion.“

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