Bundesregierung beschließt Migrationsbericht 2009

20. Januar 2011 | Themenbereich: BMI, Innere Sicherheit | Drucken

Das Bundeskabinett hat heute den vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erarbeiteten Migrationsbericht 2009 verabschiedet. Der Bericht, der auf Wunsch des Bundestages jährlich erstellt wird, gibt auf der Grundlage der vorhandenen Daten einen Überblick über das Migrationsgeschehen in Deutschland und beinhaltet neben den allgemeinen Wanderungsdaten zu Deutschland und einer detaillierten Darstellung der verschiedenen Zuwanderergruppen (z.B. Unionsbürger, Studierende, Arbeitsmigration, Asyl und humanitäre Aufnahme, Familiennachzug) einen europäischen Vergleich zum Migrationsgeschehen und zur Asylzuwanderung. Der Bericht enthält außerdem Aussagen zur illegalen Migration und informiert über die Struktur der ausländischen Bevölkerung sowie der Bevölkerung mit Migrationshintergrund.

Wichtige Aussagen des Migrationsberichts 2009 sind:

  • Die Zahl ausländischer Staatsangehöriger in Deutschland ist weiter leicht zurückgegangen. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung ist seit Mitte der 1990er Jahre aber fast unverändert und liegt jetzt bei 8,7 % (2008: 8,8 %).
  • Etwa 35 % der Ausländer in Deutschland sind Unionsbürger (24,2 % aus den alten und 11,2 % aus den neuen EU- Mitgliedstaaten)
  • Die größte Ausländergruppe bildet, trotz eines Rückgangs, nach wie vor die türkischer Staatsangehöriger (24,8 %).
  • Fast zwei Drittel (66 %) der in Deutschland lebenden Ausländer verfügen über ein unbefristetes Aufenthaltsrecht.
  • Im Jahr 2009 gab es 96 Tsd. Einbürgerungen (2008: 95 Tsd.). Obwohl Einbürgerungen grundsätzlich eine Aufgabe der bisherigen Staatsbürgerschaft voraussetzen, sieht das Staatsangehörigkeitsrecht auch Ausnahmen vor. So sind im Jahr 2009 bei 53,7 % aller Einbürgerungen die bisherigen Staatsangehörigkeiten beibehalten worden.

Im Jahr 2009 ist erneut ein negativer Gesamtwanderungssaldo (-12.800 Personen) festzustellen. Er ist jedoch deutlich geringer als noch im Jahr 2008 (rund -56 Tsd. Personen).

  • Im Jahr 2009 erhielten neu zugezogene Ausländer Aufenthaltstitel hauptsächlich aus familiären Gründen (rund 49 Tsd. Personen) sowie zur Erwerbstätigkeit (rund 26 Tsd. Personen) und zum Studium (etwas mehr als 31 Tsd. Personen).
  • Seit der Neuregelung des Familiennachzugs müssen die Nachzugwilligen ihre Sprachkenntnisse nachweisen, um ein Visum zu erhalten. Im Jahr 2009 haben weltweit insgesamt 45 Tsd. Ausländer, darunter 11 Tsd. Personen in der Türkei, an der Sprachprüfung „Start Deutsch 1“ teilgenommen. Den erforderlichen Sprachtest bestanden dabei Personen, die einen Sprachkurs im Goethe-Institut belegt hatten, zu 72 % (in der Türkei sogar zu 92 %). Personen ohne diesen Kurs bestanden nur zu 60 % den obligatorischen Test (in der Türkei 64 %).

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