BKA und Polizei Dresden nehmen Skimming-Bande fest

20. Januar 2011 | Themenbereich: Kriminalität | Drucken

Beamten des Bundeskriminalamtes (BKA) gelang es am späten Sonntagabend (16.01.2011) in enger Zusammenarbeit mit der Polizei in Dresden, eine bulgarische Skimming-Bande festzunehmen.
Beim sogenannten Skimming manipulieren die Täter einen Geldautomaten, um rechtswidrig Kartendaten (Magnetstreifendaten) und Geheimzahlen (PIN) zu erlangen.

Drei bulgarische Straftäter, die eigens zur Begehung solcher Straftaten nach Dresden gekommen waren, konnten in einer Bankfiliale festgenommen werden, in der sie zuvor den Geldautomaten manipuliert hatten. Sie wurden auf frischer Tat überwältigt, als sie zum Abbau der angebrachten Geräte zum Tatort zurückkehrten.

Dem Verfahren lagen Erkenntnisse aus Bulgarien zugrunde, wonach die Beschuldigten und weitere Tatverdächtige im Bundesgebiet Skimming- Straftaten unter Verwendung von Vorsatzgeräten an Geldautomaten verüben sollten.

Der entscheidende Tipp kam am Sonntag von einer aufmerksamen Kundin, die Auffälligkeiten am Kartenschlitz eines Geldautomaten gemeldet hatte.

Die zur Ausspähung der Geheimzahl/PIN notwendige Minikamera war durch die Täter auf raffinierte Weise in einer Hinweistafel angebracht worden, die an der Wand über dem Geldautomaten hing.

In der Wohnung der drei Festgenommenen in Dresden, die eigens zur Begehung von Straftaten angemietet worden war, stellten die Ermittler bei der anschließenden Durchsuchung umfangreiches Beweismaterial sicher. Offensichtlich hatten die drei Bulgaren geplant, noch weitere Geldautomaten zu manipulieren.
Die Tatverdächtigen wurden dem Ermittlungsrichter in Dresden vorgeführt, der in allen drei Fällen Untersuchungshaft anordnete.

BKA-Präsident Jörg Ziercke: „Die Festnahme der bulgarischen Skimming-Bande ist ein weiterer Ermittlungserfolg bei Bekämpfung der Zahlungskartenkriminalität. Der vorliegende Fall zeigt, dass unsere offensive Präventionsarbeit Wirkung zeigt und die Kunden sensibilisiert sind. So registrierte eine aufmerksame Kundin die Manipulation des Geldautomaten und gab den entscheidenden Hinweis zur Ergreifung der Täter.

Angesichts der auch im letzten Jahr erneut stark angestiegenen Skimming-Fälle müssen weitere Maßnahmen ergriffen werden, um den Tätern das Handwerk zu legen. Ich hoffe sehr, dass noch mehr Geldinstitute als bisher unserer Empfehlung folgen und standardmäßig nur noch Debitkarten mit Chip, aber deaktivierten Magnetstreifen ausgeben. Nur so kann das Ausspähen von Kartendaten zukünftig erschwert werden.“

Tipps des BKA, um sich effektiv vor Skimming zu schützen:

  • Sofern Sie im Besitz von mehreren Zahlungskarten sind, sollten Sie den Türöffner eines Kreditinstituts nicht mit der Karte betätigen, mit der Sie anschließend die Transaktion am Geldautomaten durchführen möchten.
  • Verdecken Sie die Eingabe der PIN/Geheimzahl, indem Sie die Hand oder Geldbörse als Sichtschutz dicht über die Tastatur halten. Dies erschwert ein Ausspähen der Geheimzahl erheblich.
  • Darüber hinaus gilt grundsätzlich:
  • Notieren Sie niemals die PIN/Geheimzahl – speziell nicht auf der Zahlungskarte.
  • Geben Sie niemals an einem Geldautomaten mehrfach die PIN/Geheimzahl ein, wenn Sie von einer Ihnen unbekannten Person dazu aufgefordert werden.
  • Geben Sie die Zahlungskarte nicht aus der Hand und überlassen Sie diese keinem Dritten.
  • Melden Sie verdächtige Vorgänge der Polizei oder dem Kreditinstitut vor Ort. Lassen Sie im Zweifelsfall bereits frühzeitig die Zahlungskarte sperren.
  • Bewahren Sie die Belege auf. Dies erleichtert im Schadensfall die Arbeit der Polizei. Weitere Präventionstipps finden Sie auf der Homepage der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes unter www.polizei-beratung.de (Stichwort „Zahlungskarten“).

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