Erdbeben in Haiti: Bilanz nach zwölf Monaten

13. Januar 2011 | Themenbereich: Feuerwehr - Katastrophenschutz | Drucken

Heute vor einem Jahr erschütterte ein Erdbeben Haiti und führte zu einer der schwersten Naturkatastrophen dieses Jahrhunderts. Das Beben war der Beginn für ein von mehreren Schicksalsschlägen geprägtes Jahr für den Inselstaat in der Karibik: Dem Erdbeben folgten Wirbelstürme, die Cholera und politische Unruhen. Das Technische Hilfswerk (THW) leistet seitdem in Haiti Hilfe. Nach der unmittelbaren Nothilfe im Bereich der Wasserversorgung konzentriert sich das Engagement des THW auf nachhaltige Hilfsmaßnahmen.

Ein Haitianer steht vor den Überresten eines zerstörten Hauses. Unter dem Haus ist ein Auto halb begraben.Am 12. Januar 2010 erschütterte ein schweres Erdbeben den Inselstaat Haiti.
Quelle: THW/Michael Walsdorf

„Haiti steht immer noch vor vielen Trümmern des schweren Erdbebens vom vergangenen Januar. Dazu hat der Ausbruch der Cholera die ohnehin schon dramatische Situation verschlechtert. Daher ist es auch ein Jahr später immer noch unsere Verpflichtung, dem haitianischen Volk bei seinem Weg aus der Katastrophe beiseite zu stehen. Wir wollen gemeinsam mit der Bevölkerung an diesem Ausweg arbeiten und Wege zur Selbsthilfe aufzeigen“, sagte THW-Präsident Albrecht Broemme nach einem Besuch vor Ort.

Die Hilfe des THW ist darauf ausgelegt, die Maßnahmen gemeinsam mit der betroffenen Bevölkerung durchzuführen und lokale Mitarbeiter auszubilden. Mit seinen Projekten unterstützt das THW die Übergangsphase der humanitären Soforthilfe zum langfristigen Wiederaufbau in Haiti.

Derzeit führt das THW im Auftrag des Amtes für Humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission (ECHO) Baumaßnahmen in Notlagern durch. Mit dem Anlegen von Drainagen, der Befestigung von Gehwegen, der Installation von Sanitär- und Beleuchtungsanlagen sowie der Bereitstellung von Trinkwasser verbessern die THW-Kräfte die Lebensbedingungen in mehreren Lagern in Port-au-Prince. Zudem hat das THW gemeinsam mit Malteser International mobile Einheiten aufgestellt, die mit Desinfektion, Aufklärungsfilmen und Hinweisen zum Umgang mit Hygiene gegen die Cholera vorgehen. Seit dem Ausbruch der ansteckenden Krankheit im Oktober vergangenen Jahres sind bereits über 3.500 Menschen gestorben, mehrere Hunderttausend sind infiziert.

Mit der Unterstützung der Deutschen Botschaft bei der Koordinierung der deutschen Hilfsmaßnahmen und der Aufbereitung von Trinkwasser begann das THW bereits wenige Tage nach dem Erdbeben seinen Einsatz in Haiti. Mehr als 76 Millionen Liter Trinkwasser bereiteten die Einsatzkräfte des THW in den ersten Monaten nach der Katastrophe auf und stellten damit die Versorgung von über 120.000 Menschen täglich mit Trinkwasser sicher. Zudem unterstützte das THW die haitianische Zivilschutzbehörde DPC beim Aufbau neuer Strukturen und führte Fortbildungsmaßnahmen für die Mitarbeiter durch.

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