Hochwasser: Erfolgreiches Einsatzmanagement

12. Januar 2011 | Themenbereich: Feuerwehr - Katastrophenschutz, Thüringen | Drucken

„Dank der guten Arbeit der Polizei-, Hilfs- und Rettungskräfte am vergangenen Wochenende konnten schlimmere Folgen durch das Hochwasser für die betroffenen Gemeinden und Landkreise verhindert werden.“ Dies erklärte Innenminister Jörg Geibert gestern im Anschluss an eine Kabinettsitzung in Erfurt gegenüber den Medien. „Ich danke allen eingesetzten Kräften der Feuerwehren, der Polizei, des THW und den Mitarbeitern in den Verwaltungsstäben sowie allen Bürgerinnen und Bürgern, die freiwillig viele Stunden Arbeit geleistet haben für ihren Einsatz“, betonte der Innenminister. Auch für das nächste Wochenende, für das wieder Hochwasserlagen erwartet werden, werde sich der Krisenstab der Landesregierung für die eventuell notwendige Koordinierung von Hilfeleistungen bereithalten, erklärte der Minister.

Insgesamt seien die Verantwortlichen in den Gemeinden sowie die Polizei-, Hilfs- und Rettungskräfte auf die Situation am Wochenende gut vorbereitet gewesen. Bereits am 5. Januar habe der Krisenstab der Landesregierung seine Arbeit aufgenommen und aussagekräftige Lagebilder erstellt. Am 06. Januar wurden witterungsbedingt Schulen im Zuständigkeitsbereich der Schulämter Artern, Bad Langensalza und Eisenach geschlossen. Aufgrund steigender Pegelstände in den Bach- und Flussläufen im Freistaat wurde bis zum 09. Januar in den Landkreisen Altenburger Land, Weimarer Land, Sömmerda und in der Landeshauptstadt Erfurt die Hochwasseralarmstufe 3 ausgelöst.
Die in mehreren Städten und Landkreisen aufgerufenen Einsatzstäbe wurden von der Polizei vor Ort unterstützt, berichtete Geibert. Zudem sicherten die Polizeibeamten das Eigentum von Bürgern im Hochwassergebiet, kontrollierten gefährdete Bereiche und unterstützten bei der Lageerkundung. Ein Hubschrauber der Thüringer Polizei wurde bei der Vermisstensuche eingesetzt und erleichterte durch Videoaufnahmen das Anfertigen von Lageübersichten

Durch das Thüringer Landesverwaltungsamt wurden der Stadt Erfurt eine Hochleistungspumpe, Paletten sowie eine Sandsackfüllmaschine aus Landesressourcen zur Verfügung gestellt. In Möbisburg mussten durch die Berufsfeuerwehr Erfurt vereinzelt Bewohner einer Gartenanlage evakuiert werden. Durch den Einsatz der zur Verfügung gestellten Hochleistungspumpe konnte die Stadt Erfurt eine Eskalation der Hochwasserlage im Bereich Möbisburg, insbesondere die Überflutung eines Kindergartens, verhindern. In mehreren Gemeinden und Landkreisen wurden Ortsverbindungsstraßen oder Bundesstraßen vorsorglich und auch wegen tatsächlicher Unbefahrbarkeit gesperrt. Im Bereich der Gemeinde Rositz wurden durch einen hochwasserbedingt ansteigenden Grundwasserspiegel chemische Schadstoffe aus dem Teersee „Neue Sorge“ bis in die Pleiße ausgetragen. Bei Artern befuhren einige Bürger trotz Sperrung und Warnungen eine wegen Hochwassers gesperrte Straße. Mehrere Fahrzeuge mussten in der Folge geborgen werden. Der 59-jährige Fahrer eines der Fahrzeuge verließ offensichtlich seinen PKW und konnte trotz umfangreicher Suchmaßnahmen bisher nicht aufgefunden werden. Ein Radfahrer, der am Sonntag eine überschwemmte Straße bei Eisenberg befuhr, konnte durch einen beherzten Bürger gerettet werden, nachdem in er in die Fluten geriet.

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