Schließung der polizeihistorischen Sammlung in Hannover

11. Januar 2011 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen, Niedersachsen | Drucken

Eine demokratische Polizei mit der düsteren Vergangenheit des III. Reiches muss ihre rechtsstaatlichen Wurzeln in der nach 1945 entstandenen Bundesrepublik Deutschland dokumentieren, für nachfolgende Generationen erlebbar machen und aufzeigen, was dazu geführt hat, dass wir das Hier und Jetzt so erleben. Dazu gehört auch insgesamt die Rolle der Polizei in der Zeit des nationalsozialistischen Terrors. Geschichte lebt auch von Geschichten. Nur so kann man lernen, aus zum Teil furchtbaren Fehlern der Vergangenheit die richtigen Schlüsse für die Gegenwart und Zukunft zu ziehen. Ein so großes Bundesland wie Niedersachsen kann nicht einfach die Dokumentation seiner historische Entwicklung „über Bord werfen“ und Zeitzeugnisse seiner polizeilichen Aufbauphase „verramschen“. Gerade unseren jüngeren Kolleginnen und Kollegen muss immer wieder die Vergangenheit unserer Organisation verdeutlicht werden. Daher ist es sehr schade, dass die Resonanz bislang in der internen und externen Öffentlichkeit so gering (ca. 7000 Besucher pro Jahr) ist. Die Lösung kann aber jetzt nicht die Aufteilung der Exponate und die Schließung des gesamten Fundus sein.

Bewahren von Geschichte und Dokumentation bedürfen nicht immer nur nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten einer Existenzberechtigung. Verfolgt man dies wirklich, dann haben der Neubau von Sportanlagen, kommunalen Bädern sowie Museen und Theater auf Dauer keine Zukunft.

Die demokratischen Politikerinnen und Politiker in Niedersachsen sind daher insgesamt aufgerufen, hier eine Alternative zu suchen. Es ist schon viel zu viel bei der Polizei „geschlossen“ worden!

Ulf Küch
Landesvorsitzender

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