Softwareumstellung erfolgreich

7. Januar 2011 | Themenbereich: Baden-Württemberg, Justiz | Drucken

Die auf drei Jahre angelegte Einführung der neuen Software „web.sta 3.0″ sei nunmehr erfolgreich abgeschlossen worden. Sowohl der ursprüngliche Zeitplan als auch der gesetzte Kostenrahmen seien voll eingehalten worden, was bei Projekten dieser Größenordnung keineswegs selbstverständlich sei, sagte Goll. Insgesamt seien rund 1800 Mitarbeiter der Staatsanwaltschaften im Einsatz der neuen Software geschult worden, zu nennenswerten Problemen sei es nicht gekommen: „Geräuschlos, pünktlich und im Kostenrahmen – so sieht ein erfolgreiches Softwareprojekt aus!“, begrüßte der Minister den erfolgreichen Abschluss der Einführungsphase.

Zusätzlich zur Einführung von „web.sta 3.0″ sei auch das neue Textverarbeitungssystem „TV-Sta-Web“ eingeführt und zudem die gesamte Computerhardware in den Staatsanwaltschaften erneuert worden. Insgesamt habe die Justiz für die neuen Programme rund 1,5 Millionen Euro ausgegeben – gut angelegtes Geld, so der Minister: „Unsere Staatsanwaltschaften müssen immer auf dem neuesten Stand der Technik sein, um ihre für den Schutz der Bürger und den Rechtsstaat so wichtigen Aufgaben effizient und zuverlässig erledigen zu können“, so Goll. Dies sei nunmehr für die nächsten Jahre gesichert: „Die Strafverfolgungsbehörden des Landes sind jetzt flächendeckend mit hochmoderner Technik ausgestattet“, sagte Goll.

Der Minister dankte ausdrücklich allen an der Einführung beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Justiz. Ein Lob gebühre insbesondere der für die Einführung der neuen Software zuständigen gemeinsamen Datenverarbeitungsstelle Justiz: „Damit es keine Störungen in den Arbeitsabläufen gab, mussten die neuen Programme im laufenden Geschäftsbetrieb eingeführt werden. Das war für alle Mitwirkenden eine erhebliche Anstrengung, die nur wegen des Engagements aller Beteiligten so reibungslos gelingen konnte“, sagte Goll. Aber auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Staatsanwaltschaften hätten ihren Anteil daran gehabt, dass die Umstellung so optimal vonstattengehen konnte.

Als weiterer Schritt in der Modernisierung der Softwareausstattung der Staatsanwaltschaften stehe nun die Einführung der „Automatisierten Geldstrafenvollstreckung“ (GSV) bevor, erklärte Goll. Mit diesem Projekt werde die Einziehung der Geldstrafen weitgehend automatisiert. Die notwendige Software sei bei fast allen Staatsanwaltschaften bereits installiert, die notwendigen Schulungen der Mitarbeiter würden voraussichtlich in zwei bis drei Monaten abgeschlossen sein, so Goll. Ab April 2011 würden dann landesweit alle Geldstrafen durch die EDV unterstützt vollstreckt.

Hintergrund: Was ist web.sta 3.0?

Die Fachanwendung „web.sta 3.0″ unterstützt die Staatsanwaltschaften vom Eingang eines Verfahrens bis zu dessen Erledigung. Daten werden manuell erfasst oder von Polizeidienststellen übernommen, aktuelle Verfahrensstände können abgerufen und Fristen überwacht werden. Das Programm unterstützt bei Ausschreibungen zur Aufenthaltsermittlung oder zur Festnahme, bei der Beweismittelverwaltung und dem Sitzungsdienst für Staatsanwälte. Ferner werden Anfragen und Mitteilungen an zentrale Register wie dem Verkehrszentralregister und dem zentralen staatsanwaltschaftlichen Verfahrensregister automatisiert erstellt. So kann über Zuständigkeitsgrenzen hinweg schnell und effizient abgeglichen werden, ob gegen einen Tatverdächtigen bereits durch eine andere Staatsanwaltschaft ermittelt wird. Ermittlungsergebnisse können so schneller abgeglichen werden. Nach einem Gerichtsurteil unterstützt „web.sta 3.0″ im Vollstreckungsverfahren bei den Strafzeitberechnungen für Freiheitsstrafen und künftig flächendeckend auch bei Geldstrafen.

„Web.sta 3.0″ wird in einem Länderverbund (Bayern, Baden-Württemberg, Bremen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt sowie Thüringen) entwickelt. Die gemeinsame Entwicklung senkt die Kosten für jedes Land, daneben können Erfahrungen auch über Ländergrenzen hinweg weitergegeben werden.

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