Mehr Drogentote als 2009

3. Januar 2011 | Themenbereich: Baden-Württemberg, Innere Sicherheit | Drucken

Die Zahl der Drogentoten ist im Jahr 2010 gegenüber 2009 wieder angestiegen. Nach der vorläufigen Bilanz des Innenministeriums starben im vergangenen Jahr 168 Menschen an den Folgen ihres Drogenkonsums, 22 Frauen und 146 Männer. Nachdem in Jahr 2009 landesweit mit 133 Opfern der niedrigste Stand seit 20 Jahren verzeichnet werden konnte, sind in diesem Jahr 35 Opfer mehr zu beklagen (33 Männer und zwei Frauen). Im Vergleich liegt die Zahl der Drogentoten leicht über der des Zeitraums 2005 bis 2007 (156, 158 und 155 Opfer). Der Mittelwert der vergangenen zehn Jahre liegt mit durchschnittlich 189 Rauschgifttoten pro Jahr dennoch deutlich über dem Wert des Jahres 2010. „Zum Glück sind keine Kinder, Jugendliche und Heranwachsende unter den Opfern“, sagte Innenminister Heribert Rech am Montag, 3. Januar 2011, in Stuttgart.

Leider habe sich die Entwicklung des letzten Jahres nicht fortgesetzt. Dennoch liege die Anzahl der Drogentoten immer noch deutlich unter dem langjährigen Trend. Die Erfahrung zeige, dass die Zahl der Todesfälle Schwankungen unterliege, es zeichne sich jedoch seit dem Höchststand im Jahr 2000 mit 287 Toten eine deutlich rückläufige Tendenz ab.

Das Durchschnittsalter der Rauschgifttoten sei im Jahr 2010 unwesentlich gesunken, es liege nun bei 34,8 Jahren (2009: 35,5 Jahre). „Vor zehn Jahren lag der Altersdurchschnitt bei den Drogentoten noch bei 30 Jahren. Dies zeigt, dass in erster Linie Konsumenten mit einer langjährigen Drogenkarriere an ihrer Sucht sterben“, sagte Rech. Manche Langzeitkonsumenten seien für Therapiemaßnahmen kaum mehr zugänglich.

120 der 168 Todesfälle seien auf den Konsum von Heroin zurückzuführen, das von den Süchtigen häufig in Kombination mit anderen Rauschgiften, Medikamenten oder Alkohol eingenommen werde. Mit Sorge betrachte er den mit 21,5 Prozent hohen Anteil von Spätaussiedlern an den Drogentoten. Stammten 2009 noch 28 der Opfer aus diesem Kreis, habe sich deren Anteil im Jahr 2010 auf 36 erhöht. Eine deutliche Zunahme sei bei den ausländischen Drogenopfern zu verzeichnen. Bei 22 (2009: zwölf) der Verstorbenen handle es sich um nichtdeutsche Staatsbürger.

Die meisten Drogentoten im Jahr 2010 habe die Polizei mit 17 Opfern in der Landeshauptstadt Stuttgart registriert (2009: neun), gefolgt von den Städten Mannheim mit elf (2009: zehn), Freiburg mit elf (2009: neun) und dem Rhein-Neckar-Kreis mit zehn Rauschgifttoten (2009: sieben). Den deutlichsten Rückgang habe der Landkreis Karlsruhe zu verzeichnen: von sechs auf ein Opfer. Auch bei der Stadt Karlsruhe gebe es rückläufige Zahlen von fünf auf zwei. Einen deutlichen Rückgang habe es auch in der Stadt Ravensburg mit vier Toten gegeben (2009: neun). In vier Stadt- und Landkreisen habe es keine Drogenopfer gegeben, unter anderem in Baden-Baden. Dort seien schon seit sieben Jahren keine Rauschgifttoten zu verzeichnen.

Neben einer konsequenten Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität gelte es besonders, junge Menschen vor einem Abgleiten in eine Drogenkarriere durch vorbeugende Maßnahmen zu bewahren. „Die Polizei ist aber nur einer der beteiligten Partner in diesem Netzwerk. Bei der Prävention arbeitet sie mit Kommunen, Suchthilfeeinrichtungen, Schulen, Vereinen und Eltern Hand in Hand“, sagte Minister Rech. Dazu gehöre auch der ständige Austausch von Informationen, der auf örtlicher, auf regionaler und auf Landesebene ein stabiles Fundament für eine optimale Zusammenarbeit bilde.

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