Winterdienst

29. Dezember 2010 | Themenbereich: Bayern, Verkehr | Drucken

„Bayern hat sich sehr gut auf den Winter vorbereitet. Das zahlt sich heute bei den bislang extremen Witterungsverhältnissen aus“, sagte Innenminister Joachim Herrmann bei einer Pressekonferenz zur Situation beim Winterdienst in Nürnberg. „Wir haben mit einem Pilotprojekt zum Streusalzmanagement in Nordbayern neue Wege beschritten, um uns rechtzeitig vor einer witterungsbedingt angespannten Marktlage ein Stück weit unabhängiger von der allgemeinen Versorgungssituation auf dem Streusalzmarkt zu machen. Dieses erfolgreiche Projekt wollen wir im Jahr 2011 in Bayern weiter ausbauen“, so Herrmann. Auch in den nächsten Wochen werde man alle Anstrengungen unternehmen, um die Mobilität und Sicherheit der Verkehrsteilnehmer selbst bei außergewöhnlichen Wetterlagen angemessen zu gewährleisten, auch wenn die Salzvorräte geringer werden. Immerhin seien bislang rund 320.000 Tonnen Salz auf dem Netz der Autobahnen, Bundes- und Staatsstraßen eingesetzt worden. Das entspreche schon jetzt der Gesamtmenge eines bayerischen Durchschnittswinters, betonte Herrmann.

Im Auftrag der Obersten Baubehörde hat die Autobahndirektion Nordbayern im April 2010 zusammen mit den Staatlichen Bauämtern Bamberg und Bayreuth ein Pilotprojekt gestartet. Herrmann: „Die beiden Bauämter betrei¬ben 27 Salzlager mit einem Gesamtvolumen von rund 46.000 Tonnen. Dies entspricht rund 60 Prozent des Verbrauchs der letzten Rekordwinterperiode. Mit dem Pilotversuch steht nun ein neues, eigens eingerichtetes und privat betriebenes Salzlager in Kulmbach mit einem Fassungsvermögen von weiteren 23.000 Tonnen zur Verfügung. Schon lange vor dem Winter haben wir damit Vorsorge getroffen und können die betroffenen Straßenmeistereien auch bei den aktuell extremen Witterungsverhältnissen noch zuverlässig versorgen“, betonte Herrmann. Die Transportstrecke zwischen dem zentral gelegenen Lager und den Straßenmeistereien beträgt maximal 90 Kilometer. Die Dienststellen können außerdem mit einer neuen Software beständig die Vorratsmengen in ihren Lagerhallen überwachen und zeitnah selbstständig mit dem beauftragten Logistikunternehmen via Internet Nachbestellungen aus dem Zentrallager abwickeln. Herrmann: „Diese hohe Versorgungssicherheit verlangte zwar vor dem Winter eine Investition von rund 1,7 Millionen Euro. Angesichts bisheriger Lieferkonzepte und der aktuellen Preisentwicklung halte ich das neue Konzept aber für weitgehend kostenneutral bei gleichzeitiger Verbesserung der Verkehrssicherheit“. Im Moment seien noch rund 120.000 Tonnen Vorrat in den Lagern der staatlichen Autobahn- und Straßenmeistereien vorhanden. Dies reicht, wenn erforderlich, für weitere sechs Volleinsatztage.

Im Winterdienst kommen auf den 25.000 Kilometern Autobahnen, Bundes- und Staatsstraßen in Bayern in 99 Autobahn- und Straßenmeistereien rund 3.000 Beschäftigte und 700 Fahrzeuge zum Einsatz. Hinzu kommen noch einmal mehr als 600 Fahrzeuge privater Unternehmen, die bei Bedarf eingesetzt werden. Auf den Autobahnen und hoch belasteten Bundes- und Staatsstraßen wird der Winterdienst rund um die Uhr durchgeführt. Das übrige Netz der Bundesstraßen und Staatstraßen wird zwischen 6.00 Uhr und 22.00 Uhr geräumt. Bei Bedarf können alle Straßen innerhalb von zwei Stunden gestreut und innerhalb von 3 Stunden geräumt werden.

In der letzten Wintersaison wurden 467.000 Tonnen Salz gestreut. Allein dafür wurden rund 32 Millionen Euro ausgegeben. Insgesamt hat der Winterdienst 94 Millionen Euro gekostet. Herrmann: „Das ist einerseits zwar viel Geld, andererseits rechnet sich dieser Einsatz sowohl bei gesamtwirtschaftlicher Betrachtung als auch unter dem Aspekt der Verkehrssicherheit aber allemal.“ Allerdings könne auch der professionellste Winterdienst keine sommerlichen Straßenverhältnisse garantieren. Der Innenminister appellierte an die Verkehrsteilnehmer, ihre Ausrüstung und ihr Fahrverhalten an die winterlichen Verhältnisse anzupassen.

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