Gefährliche entlassene Straftäter nach Wiesloch

29. Dezember 2010 | Themenbereich: Baden-Württemberg, Justiz | Drucken

Aus der Sicherungsverwahrung entlassene und psychisch gestörte Gewalttäter sollen in Baden-Württemberg künftig in Wiesloch untergebracht werden. Wie das Sozialministeriums am Dienstag in Stuttgart mitteilte, werde dafür die frühere Jugendarrestanstalt in der knapp 26.000 Einwohner zählenden Stadt im Rhein-Neckar-Kreis genutzt. Betrieben werde die Einrichtung vom Zentrum für Psychiatrie in Wiesloch. Es sorgt auch für die therapeutische Betreuung der entlassenen Täter. Das neue Therapie-Unterbringungsgesetz tritt am 1. Januar in Kraft. Es gilt auch für die 18 Sicherungsverwahrten im Land, von denen neun in Folge eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs entlassen wurden.

Das Land hatte im April die Jugendarrestanstalten in Wiesloch und Müllheim (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) zugunsten einer zentralen Anstalt in Rastatt aufgegeben.

1998 war die Begrenzung der Sicherungsverwahrung in Deutschland auf zehn Jahre aufgehoben worden. Damit blieben einige Gefangenen länger hinter Gitter. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg wertete diese nachträgliche Verlängerung als Verstoß gegen die Menschenrechte. Damit werde eine zusätzliche Strafe verhängt, urteilten die Richter am 17. Dezember 2009. Seit diesem Urteil waren einige Straftäter auf freien Fuß gekommen. Sie werden teilweise rund um die Uhr von der Polizei überwacht. Allein in Freiburg observieren die Beamten permanent fünf gefährliche Täter.

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.