Weihnachten und Jahreswende hinter Gittern

22. Dezember 2010 | Themenbereich: Strafvollzug, Thüringen | Drucken

Rund 1.820 Thüringer Gefangene werden die Weihnachtsfeiertage nicht im Kreise ihrer Familie oder Freunde verbringen können. Daher wird es wie in den vergangenen Jahren in allen Thüringer Justizvollzugseinrichtungen ein feierliches und besinnliches Weihnachtsprogramm geben. Dieses ermöglichen in besonderer Weise die Beschäftigten des Justizvollzuges. „Ich danke den Bediensteten und den ehrenamtlichen Helfern, die dafür sorgen, dass auch die Gefangenen ein würdiges Weihnachtsfest feiern können“, anerkennt Justizminister Dr. Holger Poppenhäger ihr Engagement an diesen Tagen.

Bereits im Advent wurden die Gemeinschaftsräume in den Einrichtungen festlich geschmückt und so mancher Tannenbaum aufgestellt. Die Justizvollzugsanstalt Goldlauter bot Familienseminare an, in denen Gefangene mit ihren Angehörigen Weihnachtsschmuck bastelten.

Im Thüringer Justizvollzug geht es in dieser Zeit besinnlich, aber auch besonders sportlich und kulturell zu.

An den Weihnachtsfeiertagen wird im Turnier Schach, Tischtennis, Volleyball, Dreikampf, Kicker, Doppelkopf, Bingo, Billard oder Skat gespielt. Die Justizvollzugsanstalt Hohenleuben lädt ihre Gefangenen traditionell zu Lesestunden und Literaturnachmittagen sowie zum Zeichnen und Handarbeiten ein. Ebenfalls in Hohenleuben finden zwischen den Feiertagen täglich musikalische Buchlesungen statt. Die Musik kommt in der Jugendstrafanstalt Ichtershausen und deren Zweiganstalt Weimar nicht zu kurz. Die Band „Postel & Pötsch“ von außerhalb und die Gefangenengruppe „Gitterband“ werden in Ichtershausen auftreten; in Weimar wird der Posaunenchor ein Blaskonzert geben. Die „grauen Zellen“ werden in Weimar bei einem Wissensmarathon trainiert. In allen Anstalten finden Weihnachtsfeiern statt. Die Anstaltsseelsorger feiern gemeinsam mit den Gefangenen ökumenische Weihnachtsgottesdienste. Der Anstaltsbeirat der Jugendstrafanstalt Ichtershausen mit seiner Vorsitzenden Petra Heß überreicht den Gefangenen auch in diesem Jahr wieder kleine Geschenke.

An den Weihnachtsfeiertagen und zum Jahreswechsel bietet der Speiseplan traditionelles Weihnachtsessen. In der Jugendstrafanstalt Ichtershausen und in der Jugendarrestanstalt Weimar gibt es jeweils auch eine vegetarische Variante.

„In der Weihnachtszeit ist der soziale und psychologische Betreuungsbedarf erfahrungsgemäß besonders hoch“, betont Justizminister Dr. Poppenhäger. Der Justizminister hat die Justizvollzugsanstalten daher gebeten, die Betreuung der Gefangenen durch Psychologinnen und Psychologen, Sozialarbeiter/-innen, -padagoginnen und -padagogen und Seelsorger/-innen zu gewährleisten. Zu diesem Zweck werden während der Feiertage auch die Zeiten für Telefongespräche mit Angehörigen erweitert.

Der Dienstplan wird Heiligabend und zu Silvester in Rücksicht auf die persönlichen Belange in enger Abstimmung mit den Bediensteten aufgestellt. „Um die Bediensteten während dieser besonderen Arbeitszeit ein Stück bei ihren Aufgaben zu begleiten und ihnen stellvertretend für alle Vollzugskräfte für die geleistete Arbeit im Jahr zu danken, ist es uns ein wichtiges Anliegen, die Justizvollzugsanstalten am Heiligabend zu besuchen“, erklären Justizminister Dr. Holger Poppenhäger und Justizstaatssekretär Professor Dr. Dietmar Herz diese Tradition. Dieses Jahr wird Justizminister Dr. Poppenhäger am 24. Dezember gemeinsam mit dem Erfurter Bischof Dr. Wanke in der JVA Tonna sein, wo der Bischof einen Wortgottesdienst für die Gefangenen abhalten wird. Justizstaatssekretär Professor Herz wird die Zweiganstalt Weimar der Jugendstrafanstalt Ichtershausen besuchen.

Der Weihnachtsfrieden kehrt auch bei den Zwangsvollstreckungen durch die Gerichtsvollzieher ein. Mit Rücksicht auf das Weihnachtsfest und das Jahresende veranlasste der Präsident des Oberlandesgerichts wieder, Zwangsvollstreckungen in den nächsten beiden Wochen dahingehend sorgfältig abzuwägen, ob ihre Ausführung unbedingt erforderlich ist. Sie sollten sich auf absolut dringende und unaufschiebbare Handlungen beschränken und wenn, dann mit Rücksicht vorgenommen werden.

Minister Dr. Poppenhäger und Staatssekretär Professor Herz wünschen allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Thüringer Justiz ein gesegnetes Weihnachtsfest sowie ein frohes und gesundes Jahr 2011.

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