Der deutsche Bevölkerungsschutz ist zukunftsfähig!

13. Dezember 2010 | Themenbereich: Bevölkerungsschutz | Drucken

Mit zukünftigen Aspekten des deutschen Bevölkerungsschutzes befassten sich die Führungskräfte der obersten Ebene des operativen Bevölkerungsschutzes bei den 2. Ahrtaler Bevölkerungsschutztagen, die das BBK Ende November ausrichtete. An dem dreitägigen Kongress nahmen auch Verantwortliche aus der Politik aktiv teil. Trotz Bedrohungslage, Klimawandel oder demografischen Wandels blickten die Beteiligten aus Politik, Verwaltung, Einsatzorganisationen und Wissenschaft positiv in die Zukunft. Die moderne Technologie und vor Allem das weiterhin große Engagement der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer tragen im Wesentlichen dazu bei, dass der Bevölkerungsschutz in Deutschland weltweit führend bleibt.

Unter dem Motto „Bevölkerungsschutz 2.0″ wurden in drei Foren die Möglichkeiten aber auch Gefahren der rasanten technologischen Entwicklung für den Bevölkerungsschutz diskutiert. Es herrschte Einigkeit darüber, dass der Nutzen die Gefahren überwiegt. Die heutigen Herausforderungen ohne moderne Stabstechnologie oder dem Einsatz von modernen Ausbildungstechnologien, wie Simulation und Fernausbildung beherrschen zu wollen, wäre wie die Nichteinführung von motorisierten Löschfahrzeugen zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Damals wie heute wird die Verlässlichkeit der neuen Technik infrage gestellt. Es ist richtig, Technik kann ausfallen. Und auch dann muss der Bevölkerungsschutz handlungsfähig sein. Deshalb werden weiterhin der Bleistift und das Blatt Papier wichtiges Utensil in der Stabsarbeit bleiben. Aber deshalb auf die Möglichkeiten der neuen Technologien zu verzichten, bedeutete Chancen nicht wahrzunehmen.

Die neuen Medien als Chance für den Bevölkerungsschutz nutzen

Bei den neuen Medien werden noch eher die Gefahren als der Nutzen gesehen. Die letzten Ereignisse zeigten die Geschwindigkeit, mit der Nachrichten heutzutage um den Erdball jagen. Da aber weiter Teile der Jugend ihre Informationen nahezu ausschließlich aus diesen Medien des „Web 2.0″ beziehen, ist es zwingend, dass auch der Bevölkerungsschutz diese für die Verbreitung von Informationen nutzt. Hier stellt sich den Pressesprechern die Herausforderung, zwischen Schnelligkeit und Genauigkeit abwägen zu müssen. Eine falsche wie eine zu späte Warnung kann verheerende Folgen haben.

Die Bundeswehr hält Spezialressourcen für den Bevölkerungsschutz vor

Aber trotz aller Technik kann jeder Bevölkerungsschutz an seien Grenzen stoßen. In zwei weiteren Foren wurden die Möglichkeiten der externen Hilfe besprochen. Im Mittelpunkt der Diskussion über die Hilfsmöglichkeiten der Bundeswehr standen naturgemäß deren Reformüberlegungen. Einig war man sich darüber, dass bei länger andauenden Katastrophenlagen auf die Bundeswehr auch zukünftig nicht verzichten werden kann und muss. Nicht nur als Ablösung für lang eingesetzte Einsatzkräfte des Bevölkerungsschutzes wird die Bundeswehr benötigt, sondern sie hält auch Spezialressourcen, wie Hubschrauber zur Waldbrandbekämpfung vor, die dem deutschen Bevölkerungsschutz sonst nicht zur Verfügung stehen würden.

Neben der Bundeswehr bietet die Europäische Union (EU) ihre Hilfe an. Vielfältige Ressourcen der anderen Mitgliedstaaten werden über die EU koordiniert in den Einsatz gebracht. Solidarität heißt hier das Zauberwort. Wie effektiv diese Hilfe heutzutage schon ist, zeigten in der letzten Zeit vielfältige Katastrophen in anderen Ländern, wie aktuell in Israel. Die Hilfe der Staatengemeinschaft ist eingespielt und wird ständig weiter optimiert.

Wesentlicher Garant des Bevölkerungsschutzes ist der Mensch

Die Diskussionen des dritten Tages verdeutlichten nochmals, dass trotz aller modernen Technologien, der wesentliche Garant für einen erfolgreichen Bevölkerungsschutz der Mensch ist. Dieses Jahr wurden besonders die Führungskräfte unter die Lupe genommen. Und die Experten aus dem Militär, der Wirtschaft und der Wissenschaft waren sich einig: Erfolgreiche Führungskräfte müssen Menschen lieben.

Als Fazit der dreitägigen Diskussionen von 200 Experten kann festgehalten werden, dass der deutsche Bevölkerungsschutz sich weiterhin positiv entwickelt und die Herausforderungen auch zukünftig beherrschbar bleiben.

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