700 Tonnen Uranmüll rollen mit unbekanntem Ziel durch das Münsterland

13. Dezember 2010 | Themenbereich: Innere Sicherheit | Drucken

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) fordert von der Bundesregierung die sofortige Einstellung des Uranmüllexports. Wie der BBU heute in Erfahrung gebracht hat, hat heute gegen Mittag ein Sonderzug mit Uranmüll in Form von Uranhexafluorid die Gronauer Urananreicherungsanlage verlassen. Der Zug setzte sich aus zunächst 14 Waggons zusammen und hatte somit erfahrungsgemäß rund 700 Tonnen Uranhexafluorid geladen. Uranhexafluorid ist radioaktiv und reagiert bei Freisetzungen mit Wasser zur hochgefährlichen Flusssäure. Der Zug wurde um 12.45 in Burgsteinfurt gesehen, um 15.45 in Rheine (Kreis Steinfurt). Dort bestand er plötzlich aus fast 20 Waggons. Möglicherweise ist er auf dem Weg nach Rotterdam.

Der BBU kritisiert in scharfer Form, dass Bundesumweltminister Röttgen nicht gegen die ständigen Uranmülltransporte von Gronau in das Ausland aktiv wird. „Der Bevölkerung wird nicht mitgeteilt wohin der Uranmüll transportiert wird“, so der BBU. „Hilfs- und Rettungskräfte an den Transportwegen sind nicht informiert und wären im Katastrophenfall unvorbereitet.“

Nachdem Bundesumweltminister Röttgen in der letzten Woche den Atommüllexport von Ahaus nach Russland vorläufig gestoppt hat, empfindet es der Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau als einen Skandal, dass abermals still und heimlich ein Urantransport aus dem Münsterland mit unbekanntem Ziel die Gronauer Urananreicherungsanlage verlassen hat.

BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz: „Wir wissen nicht, zu welcher Anlage der Uranmüll transportiert wird und wie es um die Sicherheit beim Zielort bestellt sein mag. Vermutlich weiß das selbst der Bundesumweltminister nicht. Die Landesregierung NRW ist mit aufgefordert, derartige Transporte zu unterbinden!“

Der BBU, weitere Verbände und die Bürgerinitiativen vor Ort fordern die sofortige Stilllegung der Gronauer Urananreicherungsanlage. In diesem Jahr gab es den bisher schwersten Störfall in der Anlage.

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