Abbau der Kontrolldichte führt zu mehr Toten

7. Dezember 2010 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in NRW, Frank Richter, hat auf dem heutigen Verkehrsforum seiner Gewerkschaft davor gewarnt, die Zahl der Verkehrskontrollen weiter zu reduzieren. „Im Straßenverkehr kommen jedes Jahr fast doppelt so viele Menschen um, wie durch Mord und Totschlag. Ohne einen ständigen Kontrolldruck wird sich daran nichts ändern“, sagte Richter.„Deshalb ist es ein Irrweg, wenn wir ständig die Zahl der Verkehrskontrollen reduzieren, nur weil es bei der Polizei an einer anderen Stelle brennt – egal ob bei der Terrorabwehr, beim Castor-Transport oder bei der wachsenden Zahl der Fußballeinsätze.“
Nach Meinung der GdP kann es nicht darum gehen, einzelne Bereiche bei der Polizei gegeneinander auszuspielen, aber der Verkehrsbereich dürfe nicht zur bloßen Manövriermasse verkommen. „Die Terrorabwehr hat auch für die GdP hohe Priorität, aber wenn wir nicht einmal genügend Personal haben, um die Einhaltung der Winterreifenpflicht zu kontrollieren, ist das mehr als bedenklich“, sagte der nordrhein-westfälische GdP-Vorsitzende.

Nachdenkenswert sind nach Meinung der GdP zudem Forderungen von Verkehrsexperten, die Geschwindigkeit auf Autobahnen generell auf 130 Stundenkilometer zu begrenzen. „Der Verkehr auf den Autobahnen wird in den kommenden zehn Jahren weiter dramatisch zunehmen. Wenn wir einen Verkehrskollaps vermeiden wollen, dürfen wir bei der Forderung nach einer Höchstgeschwindigkeit nicht von vorneherein alle ideologischen Scheuklappen schließen“, warnte Richter vor Denkverboten. Außerdem diskutierten die fast 100 Teilnehmer des GdP-Forums über Forderungen von Verkehrsexperten, die Geschwindigkeit in den Innenstädten generell auf 30 Stundenkilometer zu begrenzen. Statt verkehrsberuhigte Wohngebiete besonders zu kennzeichnen, sollten Schilder an Durchgangsstraßen aufgestellt werden, an denen eine höhere Geschwindigkeit erlaubt ist.