Modellregionen Integration

3. Dezember 2010 | Themenbereich: Hessen, Innere Sicherheit | Drucken

„Seit Oktober 2009 ist die hessische Landesregierung gemeinsam mit den sechs ausgewählten ‚Modellregionen Integration‘ mit vollem Einsatz unterwegs, um Hessen integrationspolitisch weiter zu entwickeln“, erklärte heute der hessische Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn. „Die Bilanz nach dem ersten Jahr ist eindeutig positiv. Mit den Modellregionen Integration setzen wir wichtige Akzente für eine erfolgreiche Integrationspolitik, von der die Aufnahmegesellschaft als auch die Zugewanderten profitieren.“

Insbesondere sei die gute Zusammenarbeit mit den sechs hessischen ‚Modellregionen Integration‘, die die Städte Kassel, Offenbach, Wetzlar und Wiesbaden neben dem Hochtaunuskreis und dem Main-Kinzig-Kreis/Stadt Hanau umfassen, zu betonen, so der Minister weiter. „Land und Kommunen leisten gemeinsam Pionierarbeit auf dem wichtigen Feld der Integration.“

Ziel sei es, so Hahn, die oft unkoordinierten Maßnahmen und Projekte zu verbinden und Transparenz zu schaffen. Das zentrale Anliegen des Landesprogramms sei die Förderung struktureller Integration. „Um dieses ehrgeizige Ziel einer zukunftsfähigen Integrationspolitik auf starke Säulen zu stellen, will die Landesregierung bestehende Netzwerke in den Modellregionen optimieren sowie die Kooperationsstruktur zwischen Land und Kommunen weiter festigen und ausbauen“, so der Integrationsminister. Denn gelingende Integrationspolitik könne nur als Querschnittsaufgabe wahrgenommen werden. Hierzu sei auch die Einbeziehung der Aufnahmegesellschaft in den Prozess und in die integrationspolitischen Diskussionen vor Ort von entscheidender Bedeutung.

In allen Modellregionen seien im Dezember 2009 und Januar 2010 Integrationsworkshops durchgeführt worden, um gemeinsam mit jeder Modellregion – ausgehend von den örtlichen Gegebenheiten – die jeweiligen Zielvorstellungen zu formulieren, so Hahn. Im Anschluss seien Programmkoordinatorinnen und -koordinatoren eingestellt worden, die durch das im Ministerium zuständige Team für die Modellregionen intensiv begleitet werden.

„Ein weiterer Schwerpunkt in diesem Jahr war die Förderung der Projekte für das Haushaltsjahr 2010. Die Träger haben ihre Arbeit in der zweiten Jahreshälfte aufgenommen und werden mit insgesamt ca. 500.000 Euro vom Land gefördert. Zusätzlich wurden für die Programmkoordination 270.000 Euro zur Verfügung gestellt“, führte Hahn aus.

In diesem Jahr sei es ferner gelungen, so Hahn, das renommierte Institut „Europäisches Forum für Migrationsstudien (efms)“ mit Sitz in Bamberg für die wissenschaftliche Begleitung des Programms zu gewinnen. „Die Evaluation der Arbeit der ‚Modellregionen Integration‘ ist wichtiger Bestandteil des Projekts.“
Zu den Modellregionen im Einzelnen:

* Kassel: Die Modellregion erhält für 9 bewilligte Projekte 64.206,60 € Landesmittel. Das Leuchtturmprojekt heißt Kinderkultur. Es ermöglicht Kindern und Jugendlichen unabhängig von ihrer sozialen und kulturellen Herkunft einen altersgemäßen und leichten Zugang zu kultureller Bildung.
* Wetzlar: Die Modellregion erhält für 9 bewilligte Projekte 79.530,00 € Landesmittel. Das Leuchtturmprojekt heißt: Bildungspartnerschaften im Elementar- und Primarbereich in Stadtteilen mit einem hohem Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund. Dabei sollen nachhaltige Kooperations- und Netzwerkstrukturen zwischen den unterschiedlichen Akteuren in den Stadtbezirken geschaffen werden.
* Wiesbaden: Die Modellregion erhält für 3 bewilligte Projekte 59.941,80 € Landesmittel. Hier wurde erstmals eine kommunale Erstberatungsstelle errichtet, die Migrantinnen und Migranten auf dem Weg zur Anerkennung ihrer ausländischen Abschlüsse unterstützt.
* Hochtaunuskreis: Die Modellregion erhält für 11 bewilligte Projekte 101.979,92 € Landesmittel. Das Leuchtturmprojekt ist im Bereich des Case-Managements angesiedelt. Es lässt ausgesuchten benachteiligten Gruppen passgenaue Betreuung zu kommen, um die seit vielen Jahren verfestigten Strukturen im Sozialhilfebereich aufzubrechen.
* Offenbach: Die Modellregion erhält für 7 bewilligte Projekte 79.527,00 € Landesmittel. Das Projekt KIESEL hat zum Ziel, zugewanderte Eltern zu erreichen und sie am Bildungsprozess ihrer Kinder zu beteiligen. Dieses Projekt kann hinsichtlich einer interkulturell aufgestellten Elternarbeit Vorbildcharakter für Staatliche Schulämter und Schulen entwickeln.
* Main-Kinzig-Kreis/StadtHanau: Die Modellregion erhält für 12 bewilligte Projekte 118.678,02 € Landesmittel. Die Struktur der integrationspolitischen Zusammenarbeit, die sich zwischen den zwei Partnern entwickelt hat, könnte Vorbildcharakter für andere Landkreise mit Sonderstatusstädten haben.

Bei den Landesmitteln handelt es sich um eine 50%ige Co-Finanzierung, die von den Modellregionen entsprechend ergänzt wird.

„Unsere Partner in den Modellregionen sind ebenso wie wir nach wie vor hoch motiviert, für den gemeinsamen Erfolg des Landesprogramms zu arbeiten, da es um unser aller Zukunft geht“, so Minister Hahn abschließend.