Die Glaskugel von Wowereit hat einen Sprung

26. November 2010 | Themenbereich: Berlin, Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen | Drucken

In einem Interview mit dem RTL-Radio 104.6 hat der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit heute früh seine politische Glaskugel ordentlich strapaziert. Zum Thema Namensschilder für Polizeibeschäftigte sagte er sinngemäß, dass sich kein Polizist Sorgen um seine Sicherheit machen müsse. Weiterhin sei das Tragen eines Namensschildes Ausdruck für die Weltoffenheit der Stadt.
In einer ersten Reaktion bewertete der Landesvorsitzende der DPolG Berlin, Bodo Pfalzgraf, die seherischen Fähigkeiten des Regierenden Bürgermeisters: „Die Glaskugel von Klaus Wowereit hat wohl einen Realtitätssprung. Das zeigt, wie weit er vom Thema Gewaltkriminalität gegen Polizisten entfernt ist. Mit Personenschutz lässt sich leicht so reden!“

Die DPolG ist fest davon überzeugt, dass bürgernahe und weltoffene Polizeiarbeit nicht von Zwangsnamensschildern abhängt. Die international gelobte Arbeit der Berliner Polizei zur Fußball-WM ist ein Paradebeispiel dafür, dass Weltoffenheit auch mit freiwilligen Namensschildern funktioniert.
Klaus Wowereit äußert sich ausgesprochen selten zur Polizei. Zuletzt hatte er sich mit dem Thema „Gehaltserhöhungen in 200 Jahren“ bei den Polizisten unbeliebt gemacht. Wenn jetzt genau zur Einführung von Zwangsnamensschildern der Bürgermeister persönlich zum Mikrofon greift, zeigt das, wie ideologisch die Auseinandersetzung geworden ist. Bodo Pfalzgraf: „Wer die Sache jetzt über das Knie bricht, zwingt uns zu ebenso heftigen Reaktionen. Mehr Sachlichkeit wäre wünschenswert