Nein zu Gewalt an Frauen und Kindern

24. November 2010 | Themenbereich: Bayern, Polizei | Drucken

„Häusliche Gewalt, die sich überwiegend gegen Frauen richtet, darf in unserer Gesellschaft nicht verdrängt oder verschwiegen werden. Es ist mir sehr wichtig, gemeinsam und mit Hilfe von Menschenrechtsorganisationen wie TERRE DES FEMMES noch mehr Aufmerksamkeit für dieses Thema zu erzeugen“, betonte Herrmann und fuhr fort: „Die bayerische Polizei nimmt häusliche Gewalt sehr ernst und betrachtet sie nicht als Privatsache der Opfer. Allein 2009 hat die Polizei mehr als 17.400 Fälle häuslicher Gewalt registriert und zahlreiche Opfer haben bei unseren Beauftragten der Polizei für Frauen und Kinder (BPFK) Beratung und Hilfe gesucht. Unsere umfassend überarbeitete Informationsbroschüre zur häuslichen Gewalt kann ab sofort bei der Polizei bezogen oder in unserem Internetangebot heruntergeladen werden. Sie bietet Opfern wertvolle Informationen und nennt kompetente Ansprechpartner in ganz Bayern“, sagte Innenminister Joachim Herrmann heute bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Geschäftsführerin von TERRE DES FEMMES, Christa Stolle sowie Beauftragten der Polizei für Frauen und Kinder aus verschiedenen bayerischen Polizeipräsidien.

Die Menschenrechtsorganisation TERRE DES FEMMES veranstaltet am 25. November 2010 zum 10. Mal die bundesweite Fahnenaktion “Nein zu Gewalt an Frauen“, mit der auf dieses sensible Thema aufmerksam gemacht wird. Grund genug für Innenminister Herrmann, dieses Thema mit der Vorstellung der überarbeiteten Broschüre “Häusliche Gewalt – Die Polizei informiert“ aufzugreifen und zu vertiefen: „Mehr als 2.000 Frauen flüchten jährlich in eines der 38 bayerischen Frauenhäuser. Diese Zahlen sind alarmierend. Sie zeigen aber auch, dass es Opfern mit Hilfe staatlicher oder privater Einrichtungen sehr häufig gelingt, ihr Martyrium zu beenden“, so Herrmann. Mit Inkrafttreten des Gewaltschutzgesetzes im Jahr 2002 sind die Rechte und damit auch die Bereitschaft von Opfern gewachsen, professionelle Hilfe bei Polizei oder Opferschutzeinrichtungen zu suchen. Trotzdem werde nach wie vor die Existenz und Allgegenwart häuslicher Gewalt in unserer Gesellschaft häufig immer noch tabuisie!
rt. Herrmann: „Wir haben bei der Bayerischen Polizei speziell für dieses Phänomen bereits seit 1987 bei allen bayerischen Polizeipräsidien Beauftragte der Polizei für Frauen und Kinder, die Opfern häuslicher Gewalt beratend und unterstützend zur Seite stehen und sie über ihre Rechte und Möglichkeiten informieren“. Zudem stehen bei allen Polizeiinspektionen geschulte Sachbearbeiter speziell für diese Thematik zur Verfügung. Gerade Beratung und Aufklärung seien wichtig, um die Opfer aus einer mit unter seit Jahren andauernden Spirale der Gewalt zu lösen, betonte Herrmann: „Deswegen haben wir unsere erstmals im Jahr 2002 herausgegebene Broschüre umfassend überarbeitet und stellen sie allen Interessierten zur Verfügung. Nur wer über seine Rechte und Möglichkeiten informiert ist, kann diese auch umfassend nutzen“, betonte Herrmann.